Direkt zum Inhaltsbereich

Kinderärzte besorgt über Ausgrenzung rezeptfreier Arzneien

KÖLN/BONN (fst). Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) sowie der Bundesverband der Arzneimittelhersteller (BAH) haben das Gesundheitsministerium aufgefordert, die seit Anfang April geltende neue Arzneimittel-Richtlinie (AMR) zu kassieren.

Veröffentlicht:

Hintergrund der Forderung: In der Anlage 3 der Richtlinie hat der Gemeinsame Bundesausschuss viele rezeptfreie Präparate, die Ärzte bislang noch für Kinder bis 12 Jahre und ausnahmsweise für Jugendliche bis 18 Jahre zu Lasten der Kassen verordnen konnten, als "unwirtschaftlich" deklariert. Das gilt beispielsweise für Analgetika in fixer Kombination mit nicht analgetischen Wirkstoffen, für Antidiarrhoika (mit wenigen Ausnahmen), Antiemetika, Enzympräparate in fixen Kombinationen oder für Roborantien, Tonika und appetitanregenden Mittel.

Beide Verbände wenden sich gegen diese Verordnungseinschränkungen mit der Begründung, der medizinische Versorgungsbedarf auch mit rezeptfreien Präparaten werde bei der "geschützten Patientengruppe" der Kinder und Jugendlichen ignoriert. Dabei verweisen Pädiater und Hersteller auf die Gesundheitsreform im Jahr 2004.

Damals wurden OTC-Präparate weitgehend aus dem Leistungskatalog der Kassen herausgenommen, nicht jedoch für Kinder bis zwölf Jahre, bei Entwicklungsverzögerungen auch für Jugendliche bis 18 Jahre. Nun sei der Bundesausschuss vom damaligen Willen des Gesetzgebers abgerückt, der die besonderen Belange von Familien mit Kindern hatte schützen wollen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Juli-Sitzung des CHMP

Acht Pharma-Innovationen auf der Zielgeraden zur EU-Zulassung

Das könnte Sie auch interessieren
Nationale Politik an Europas Gesundheitszielen ausrichten

© quantic69 | iStock

Politische Perspektive

Nationale Politik an Europas Gesundheitszielen ausrichten

Anzeige | CSL Behring GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Typische Körperumrisse bei Achondroplasie

© BioMarin

Achondroplasie

Gezielte Therapie: erste Lebensjahre sind entscheidend

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioMarin Deutschland GmbH, Frankfurt am Main
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Interview

Schmerzen bei Demenz-Patienten: Welche Fallstricke lauern in der Diagnostik?

Start-up

Kryokonservierung: Der Traum vom ewigen Leben

Lesetipps
Nahaufnahme einer Zecke

© Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Nahrungsmittelallergien

Seltsame Anaphylaxien: Ein Fall für Detektive