Kliniken an der Saar steht Rosskur bevor

Eine Neustrukturierung der Krankenhauslandschaft und ein Bettenabbau um etwa vier Prozent bis 2015 - das sind zentrale Empfehlungen des Gutachtens für den neuen Saarländischen Krankenhausplan.

Von Michael Kuderna Veröffentlicht:

SAARBRÜCKEN. Die Experten der Gesellschaft für betriebswirtschaftliche Beratung mbH GEBERA weisen in ihrem Gutachten für den neuen Krankenhausplan auf einige Spezifika beim Angebot und der Inanspruchnahme an der Saar hin: Hohe Krankenhaus- und Bettendichte je Einwohner, kleinere Fachabteilungsgrößen als im Bundesvergleich sowie überdurchschnittliche Krankenhaushäufigkeit je Einwohner, Auslastungsgrade und Verweildauern.

Wo es langgeht für die Kliniken an der Saar wird der neue Krankenhausplan zeigen.

Wo es langgeht für die Kliniken an der Saar wird der neue Krankenhausplan zeigen.

© begsteiger / imago

Zusätzlicher Handlungsbedarf ergebe sich nicht nur aus der ungünstigen demografischen Entwicklung und dem allgemeinen Kostendruck etwa durch den technischen Fortschritt, sondern auch durch potenzielle Erlöseinbußen im Saarland durch die drohende Anpassung des hohen Landesbasisfallwertes auf ein bundeseinheitliches Niveau.

In Kombination mit einem zukünftigen Ärztemangel zwinge dies zu einer Neuordnung. "Die Analysen zeigen, dass es im Saarland überdurchschnittlich viele Krankenhauskapazitäten gibt, deren Strukturen und geografische Verteilung zum Teil optimierbar sind", heißt es in dem Gutachten. Die Autoren empfehlen dabei Kooperationen zwischen Häusern der Grund- und Regelversorgung, aber auch Zusammenschlüsse und Konzentration von Einrichtungen.

Nun ist wieder die Politik am Zug: Gesundheitsminister Georg Weisweiler (FDP) muss auf der Grundlage des Gutachtens und der anstehenden Gespräche mit den Trägern bis Ende des Jahres eine Vorlage für den Krankenhausplan 2011 bis 2015 erstellen.

Zur Trägerstruktur finden sich in der über 600 Seiten starken Expertise auch einige interessante Hinweise: Während die Flächenversorgung in der Regel durch kleinere Häuser freigemeinnütziger Träger sichergestellt werde, gebe es im bevölkerungsstarken Süden eine Ballung größerer öffentlicher Krankenhäuser. Keine der 24 Akutkliniken mit ihren derzeit über 6500 Betten wird von Privaten betrieben.

Lesen Sie dazu auch: Ambulanter Bereich für Kliniken immer interessanter

Mehr zum Thema
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
„Grundsätzlich begrüßenswert“: KBV-Vorstände Dr. Andreas Gassen, Dr. Stephan Hofmeister und Dr. Sibylle Steiner zu den angedachten neuen Regeln für Chronikerprogramme.

© Jürgen Heinrich / SZ Photo / picture alliance / Michael Kappeler / dpa / picture alliance / Die Hoffotografen

Teil des „Gesundes-Herz-Gesetz“

KBV begrüßt geplante neue Spielregeln für Chronikerprogramme

Darstellung eines digitalen Inhalers

© ReotPixel / stock.adobe.com

Elektronische Devices

Asthma/COPD: Tuning für die Therapie mit Inhalatoren