Berufspolitik

Kliniken setzen häufiger auf Schulungen von OP-Teams

Experten werben für Kommunikations-Training unter möglichst realen Bedingungen.

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"Schwester, Tupfer!" - Kommunikation im OP muss einfach und deutlich sein.

"Schwester, Tupfer!" - Kommunikation im OP muss einfach und deutlich sein.

© Gina Sanders / fotolia.com

HAMBURG (di). Kommunikation im OP ist ein entscheidender Faktor für Erfolg oder Misserfolg eines Eingriffs. Experten raten zum simulationsbasierten Lernen. 43 Prozent der negativen Ereignisse in Op-Sälen sollen nach Angaben von Professor Michael Henninger auf Kommunikationsfehler zurückzuführen sein.

Der Professor für Mediendidaktik an der Pädagogischen Hochschule Weingarten riet auf dem Hamburger Kommunikationskongress der Gesundheitswirtschaft, den die "Ärzte Zeitung" als Medienpartner unterstützt hat, zur Schaffung eines authentischen Lernumfelds in den Kliniken, in dem die Ärzte auch die Kommunikation während eines Eingriffs üben können. So könne etwa erprobt werden, wie und von wem bei unvorhergesehenen Vorfällen die richtigen Anweisungen gegeben werden und wie die aus der hierarchischen Abhängigkeit der Akteure entstehenden Probleme vermieden werden können. Laut Henninger entstehen Probleme oft durch unterschiedliche Wahrnehmungen im Team aus Chirurgen, Anästhesisten, OP-Schwester und Assistenzarzt.

Weil Kommunikationsstörungen in den meisten Fällen auch zu Irrtümern und Behandlungsfehlern führen, hat Henninger in den vergangenen Jahren in Kliniken eine zunehmende Bereitschaft beobachtet, sich mit dem Thema Kommunikationsstörungen im OP zu beschäftigen. Dabei reicht nach seiner Einschätzung eine einmalige Schulung nicht aus: "Kommunikation braucht wiederkehrende Intervention."

Ein Grund dafür liegt auch in der steigenden Sensibilisierung der Öffentlichkeit. Dr. Peter Gausmann von der Gesellschaft für Risikoberatung berichtete auf dem Kongress von einer Aktion in den USA, wo Klinikpatienten per Flyer dazu aufgerufen werden, ihre Ärzte nach der Desinfektion ihrer Hände zu fragen. Der daraus entstehende Druck habe dazu geführt, dass die Klinikmitarbeiter stärker auf die Hygiene achten.

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