Metropolregion

Klinikkosten: Hamburg bittet seine Nachbarn zur Kasse

Hamburgs Kliniken können viel und ihr Angebot lockt viele Patienten aus dem Umland. Die Kosten dafür sollte Hamburg nicht alleine tragen, findet Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer (SPD).

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Hamburg zieht viele Patienten aus den umliegenden Bundesländern zur medizinischen Versorgung an. Nun will die Hansestadt Geld von den betreffenden Ländern sehen.

Hamburg zieht viele Patienten aus den umliegenden Bundesländern zur medizinischen Versorgung an. Nun will die Hansestadt Geld von den betreffenden Ländern sehen.

© Christian Charisius/dpa/picture alliance

Hamburg. Müssen die umliegenden Bundesländer bald dafür bezahlen, dass ihre Patienten auch in Hamburger Krankenhäusern behandelt werden? Diese Frage wird in der Hamburger Gesundheitspolitik in regelmäßigen Abständen immer wieder diskutiert. Nun hat Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer (SPD) diese Forderung in einem Interview mit dem „Hamburger Abendblatt“ erneut auf die Agenda gesetzt.

Sie begründete die Forderung mit dem Hinweis, dass nur rund Zweidrittel der stationär in der Hansestadt behandelten Menschen aus der Hansestadt kommen. Rund 20 Prozent kommen aus Schleswig-Holstein und 10 Prozent aus Niedersachsen, der Rest aus anderen Bundesländern und dem Ausland. Die für die Klinik-Vorhaltung wichtigen Investitionskosten bringe Hamburg aber allein auf, gab Schlotzhauer zu bedenken.

Länderübergreifende Gespräche geplant

Schlotzhauer will nun mit ihren Amtskolleginnen und -kollegen aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen über eine gemeinsame Bedarfsplanung und eine gerechte Verteilung der Kosten sprechen.

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Kiel verwies hierzu auf Anfrage der Ärzte Zeitung auf die Bedeutung einer engen Abstimmung zwischen den Ländern insbesondere mit Blick auf die Krankenhausstrukturreform und unterstrich die Attraktivität der Metropole mit ihren medizinischen Angeboten. Patienten hätten das Recht auf freie Arztwahl und dürften auch das Krankenhaus für ihre Behandlung selbst auswählen. Im Fokus stehe nicht der Wohnsitz, sondern die gute Versorgung.

Zu einer Kostenbeteiligung äußerte er sich nicht konkret, gab aber zu bedenken: „Es hat für die Krankenhäuser in Hamburg wie auch in Schleswig-Holstein nicht nur Nachteile, sondern auch erhebliche Vorteile, auch Patientinnen und Patienten aus den jeweils anderen Bundesländern aufzunehmen und Leistungen zu erbringen.“

"Schleswig-Holstein an gemeinsamen Lösungen interessiert"

Über eine gemeinsame Krankenhausplanung sei auch in der Vergangenheit schon gesprochen worden. Er versicherte: „Schleswig-Holstein ist jederzeit an gemeinsamen Lösungen für die Sicherstellung der stationären Versorgung für alle Patientinnen und Patienten, ganz gleich, ob sie Bürgerinnen und Bürger in Schleswig-Holstein oder in Hamburg sind oder eine andere Herkunft haben, interessiert.“ (di)

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