Berufspolitik

Klinikum Marburg: Fahrer werden vor die Tür gesetzt

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MARBURG (coo). Der Betriebsrat des privatisierten Marburger Universitätsklinikums ist empört: Von einem Tag auf den anderen habe es für die Fahrer des Großkrankenhauses keine Arbeit mehr gegeben. Und das, obwohl zugleich ein Taxiunternehmen damit beauftragt worden sei, die Touren zu übernehmen. Die zwölf betroffenen Klinik-Mitarbeiter sollten stattdessen in eine Servicegesellschaft wechseln, wo sie sich in Zukunft um den Bettentransport innerhalb des Klinikums kümmern sollten. Allerdings würden sie dann bis zu 600 Euro brutto weniger verdienen. "Familienväter können sich das gar nicht leisten", sagt Fahrer Armin Aillaud, der seit 29 Jahren im Klinikum arbeitet. Zudem fürchtet er, dass sein Arbeitsplatz dort noch unsicherer ist. "So geht man nicht mit Menschen um", kommentiert Betriebsratsvorsitzende Bettina Böttcher. Der Betriebsrat sei auch nicht informiert worden.

Hintergrund des Vorgangs ist zum einen der Umzug mehrerer Kliniken auf die Marburger Lahnberge. Im März folgt der Umzug der Augenklinik. Ab dann sind nur noch die psychiatrische und die Zahnklinik im Tal. Kranke, Untersuchungsmaterialien und Post müssen daher deutlich seltener transportiert werden.

Zum anderen sind seit Januar betriebsbedingte Kündigungen im Klinikum möglich. Zur Jahreswende lief die Beschäftigungsgarantie für die Mitarbeiter ab, die das Land beim Verkauf der Großkrankenhäuser vor fünf Jahren mit der Rhön AG vereinbarte. Um einen möglichen Arbeitsplatzabbau sozial verträglich zu gestalten, verhandelt der Betriebsrat schon seit Monaten mit der Geschäftsleitung.

Misstrauisch stimmt Böttcher, dass alle betroffenen Fahrer zu denjenigen gehören, die bei der Privatisierung dem Betriebsübergang vom Land zu Rhön widersprochen haben. Das Verfahren ist zur Zeit beim Bundesverfassungsgericht anhängig.

Die Klinik wollte sich zu den Kündigungen nicht äußern.

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