Transplantationsmedizin

Klinikum rechts der Isar richtet eigenes Zentrum ein

Bei Lebertransplantationen am Klinikum rechts der Isar soll es zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein. Jetzt hat der Aufsichtsrat beschlossen, die Transplantationsmedizin in ein eigenes Zentrum zu überführen.

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Im Zusammenhang mit Lebertransplantationen soll es im Klinikum rechts der Isar zu Manipulationen gekommen sein.

Im Zusammenhang mit Lebertransplantationen soll es im Klinikum rechts der Isar zu Manipulationen gekommen sein.

© Lukas Barth / dpa

MÜNCHEN (sto). Die Verdachtsfälle, dass es am Klinikum rechts der Isar der TU München im Zusammenhang mit Lebertransplantationen zu Manipulationen gekommen war, haben zu ersten Konsequenzen geführt.

Bei einer Sondersitzung des Aufsichtsrates wurde am Samstagabend beschlossen, die Transplantationsmedizin mit sofortiger Wirkung aus der Klinik für Chirurgie und der Medizinischen Klinik II herauszulösen und ein selbstständiges Zentrum für Transplantationsmedizin am Klinikum rechts der Isar einzurichten.

Damit sollen die festgestellten organisatorischen und kommunikativen Defizite im Bereich der Lebertransplantation behoben werden, teilte Bayerns Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch mit.

Kommissarischer Leiter des Zentrums wird Professor Eberhard Kochs, Direktor der Klinik für Anästhesiologie.

Mindestens ein Fall von Manipulation

Bei den Verdachtsfällen handelt es sich um Krebspatienten, die eine Leber erhalten haben, obwohl bereits Metastasierungen vorlagen, sowie um Alkoholabhängige, die zum Zeitpunkt der Transplantation nicht vollständig abstinent gewesen sein sollen.

Auch soll in mindestens einem Fall ein Blutwert vorsätzlich manipuliert worden sein, um einen Patienten bei der Organverteilung gezielt zubevorzugen.

Ein Klinikdirektor soll seit zwei Jahren von Unstimmigkeiten gewusst, aber geschwiegen haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Eine klinikinterne Arbeitsgruppe hatte insgesamt 163 Lebertransplantationen untersucht. Bei neun Lebertransplantationen sollen Auffälligkeiten festgestellt worden sein.

Möglicherweise stand das Klinikum auch unter Druck, weil der Wissenschaftsrat 2006 eine zu geringe Zahl transplantierter Lebern moniert und eine formale Vereinigung der Transplantationsabteilungen der Münchner Uniklinika angeregt hatte.

Im Klinikum rechts der Isar stieg danach die Zahl der transplantierten Lebern von 14 im Jahr 2007 auf 37 im Jahr 2011.

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