Westfalen

Klinikzahl erreicht kritische Größe

Geographen des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe warnen davor, die Zahl der Krankenhäuser in Westfalen weiter zu senken.

Veröffentlicht: 02.09.2019, 14:52 Uhr

MÜNSTER. Manche Regionen in Westfalen würden eine weitere Ausdünnung der Krankenhauslandschaft kaum vertragen.

Nach einer Analyse von Geographen des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) müssen die Menschen in manchen Gegenden bereits mehr als 20 Minuten Fahrtzeit bis zum nächsten Allgemeinkrankenhaus in Kauf nehmen. Im Gebiet zwischen Netphen und Bad Laasphe in Südwestfalen sind es bereits mehr als 30 Minuten.

Angesichts der immer wieder gehörten Forderungen nach einer Reduzierung der Klinikstandorte in Deutschland und der Schließung gerade kleiner Häuser hat die Geographische Kommission für Westfalen des LWL den Krankenhausatlas des Statistischen Bundesamtes unter die Lupe genommen.

Die Geographen haben geprüft, wie lange es in den unterschiedlichen Regionen in Westfalen dauert, bis die Einwohner das nächste Krankenhaus erreichen – das auch in Nordrhein oder anderen Bundesländern liegen kann.

Demnach gibt es in Westfalen zwar eine flächendeckende Versorgung mit Allgemeinkrankenhäusern, so der Geschäftsführer der Kommission Dr. Rudolf Grothues. Dabei gebe es aber eine Konzentration auf die Ballungsräume und die größeren Städte. „Der ländliche Raum des Münsterlandes sowie Ost- und Südwestfalen sind im Gegenzug deutlich schlechter abgedeckt.“

Krankenhaus vor Ort gibt Gefühl der Sicherheit

Eine nahe und gute Krankenhausversorgung gebe den Menschen vor Ort ein Gefühl der Sicherheit, so Grothues. Angesichts des Ärztemangels im ländlichen Raum seien die Kliniken wichtige Notfalleinrichtungen und Daseinsgrundversorger. „Wenn diese zugunsten zentraler Standorte wegfallen, entsteht bei den Menschen ein Gefühl der Benachteiligung.“

Grothues plädiert dafür, dass sich das Missverhältnis zwischen Stadt und Land bei der Klinikversorgung nicht weiter verschlechtert. „Statt die Qualität kleinerer Einheiten zu kritisieren, sollte vielmehr das Ziel sein, die Standards in allen Häusern auf ein ordentliches Niveau anzuheben.“ (iss)

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