GBA

Knie-Tep-Mindestmenge ist wieder da

Die Mindestmenge für Kniegelenks-Totalendoprothesen ist zurück. Der GBA reagiert damit auf ein Gerichtsurteil.

Veröffentlicht:

BERLIN. Ab Januar gilt für das Implantieren von künstlichen Kniegelenken (Knie-Tep) wieder die zwischenzeitlich ausgesetzte Mindestmenge von 50. Den entsprechenden Beschluss hat der Gemeinsame Bundesausschuss am Donnerstag gefasst.

Krankenhäuser dürfen den Austausch dieser Gelenke ab kommendem Jahr nur noch dann zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung vornehmen, wenn sie voraussichtlich mindestens 50-Knie-Tep-Operationen durchführen werden.

Klinik in Potsdam klagte

Der GBA hatte die ursprünglich seit 2006 geltende Mindestmenge 2011 aussetzen müssen, nachdem eine Klinik in Potsdam dagegen geklagt hatte.

Ende November dieses Jahres hatte das Bundessozialgericht jedoch den Weg zur Wiedereinsetzung der Mindestmenge frei gemacht.

"Das Bundessozialgericht hat letzte Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Mindestmengen-Regelungen ausgeräumt", sagte Dr. Regina Klakow-Franck, unparteiisches Mitglied des GBA und Vorsitzende des Unterausschusses Qualitätssicherung.

Aus Sicht des Bundessozialgerichts trägt im Schnitt eine Operation pro Woche maßgeblich dazu bei, eine hinreichende Behandlungsroutine für diesen komplexen Eingriff zu gewährleisten.

Kontrolle noch nicht geklärt

Wie die Mindestmengen kontrolliert werden sollen, ist nicht vollständig geklärt. Kassen und Krankenhäuser müssten den Prozess, die Regel in den Budgetverhandlungen umzusetzen, noch besser strukturieren, sagte Dr. Bernhard Egger vom GKV-Spitzenverband.

Mit dem BSG-Urteil lasse sich jedoch besser argumentieren. Im Urteil steht sinngemäß: Wenn ein Krankenhaus 2014 nur wenige Knie-Tep vorzuweisen habe, sei nicht zu erwarten, dass es die Mindestmenge 2016 erreichen könne.

Jüngeren Untersuchungen zufolge erreichten im Jahr 2011, als die Mindestmenge für Knie-Tep ausgesetzt werden musste, 16 Prozent der Krankenhäuser die Mindestmenge nicht. Solche Operationen vorgenommen hatten rund 1000 Kliniken.

Die mittlere Fallzahl hatte bei rund 138 gelegen. (af)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

1. Deutscher Präventionsgipfel

Wissenschaftler und Politiker fordern: Mehr Prävention wagen!

Kooperation | In Kooperation mit: AOK-Bundesverband

Debatte um Primärversorgung

HzV in Baden-Württemberg: Dort regiert die ganz große Koalition

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 1: Pharmakokinetik von Rezafungin bei einer Dosierung von 400mg, gefolgt von 200mg einmal wöchentlich

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [10]

Invasive Candida-Infektionen

Modernes Echinocandin – optimierte Eigenschaften und klinische Vorteile

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mundipharma Deutschland GmbH & Co. KG, Frankfurt/Main
Abb. 1: sPGA-Ansprechen über zwei Jahre

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [1]

Psoriasis-Therapie bei Kindern und Erwachsenen

PDE-4-Hemmer: erste orale Systemtherapie für Kinder − auch bei besonderen Manifestationen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

DGKN-Kongress in Augsburg

Neue Technik für die Therapie zerebraler Erkrankungen

Treat-to-Target-Strategie

Gicht: Mit der Harnsäure sinkt auch das kardiovaskuläre Risiko

Lesetipps
Eine Frau steht vor einer schwarzen Wolke.

© 1STunningART / stock.aodbe.com

Keine Modeerscheinung

ADHS im Erwachsenenalter: Das gilt für Diagnostik und Therapie

 Shabnam Fahimi-Weber

© Jochen Tack

Einsatz im Kriegsgebiet

Essener HNO-Ärztin hilft Menschen im Iran via Telemedizin