Direkt zum Inhaltsbereich

Kommunen - ein schwarzes Loch für die Vorsorge?

Im öffentlichen Gesundheitsdienst der Gemeinden und Kreise fehlt es an Geld. Das merken vor allem die Kinder, die die medizinischen Angebot am nötigsten hätten.

Veröffentlicht:

BERLIN (ras). Rund 20 Prozent der Kinder sind in Deutschland gesundheitlich nicht gut versorgt. Um diese Kinder medizinisch besser zu versorgen, müsse der Gesetzgeber den Weg bereiten.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hat dazu konkrete Erwartungen an die Gesundheitspolitiker, die sie beim Politikforum des Verbandes äußerten.

So forderte Dr. Hanna Permien vom Deutschen Jugendinstitut München dazu auf, den öffentlichen Jugendgesundheitsdienst zu stärken, um besser an die Risikofamilien heranzukommen.

Hierfür müssten auch vermehrt "Aufsuchende Dienste" im Öffentlichen Gesundheitsdienst etabliert werden. Dr. Hermann-Josef Kahl, Sprecher des Ausschusses Prävention und Frühtherapie im BVKJ, hält auch die Potenziale im niedergelassenen Bereich längst noch nicht für ausgeschöpft.

So würden pro Jahr bundesweit von der U1 bis zur J1 sechs Millionen Vorsorgen im Kindes- und Jugendalter abgerechnet.

Frühe Präventionsketten vor Ort

Doch auch in den Kommunen liege vieles im Argen: Die Bundestagsabgeordnete Bärbel Bas (SPD) erklärte, dass die meisten Kommunen finanziell derart klamm seien, dass Jugendeinrichtungen schließen müssen, Jugendhilfeleistungen zur Disposition stehen und Sprachförderprogramme abgebaut werden.

Damit würde in den Kommunen genau die Gruppe der Risikokinder getroffen, bei denen eigentlich medizinisch dringender Handlungsbedarf besteht.

Deshalb wird es nach Ansicht von Dr. Rolf-Ulrich Schlenker, stellvertretender Vorsitzender der Barmer GEK, so schnell kaum gelingen, den kaum mehr nachvollziehbaren Anstieg der ergo- und logotherapeutischen Verordnungen an Kindern und Jugendlichen wieder auf ein vernünftiges Maß zurückzuschrauben.

Um dies zu erreichen, müssten laut Bas vor Ort "frühe Präventionsketten" aufgebaut werden.

Schlenker bot zum Abschluss des Politforums dem BVKJ an, zusammen mit der Barmer GEK einen innovativen Modellversuch zu initiieren, um die Potenziale der sehr frühen Prävention im Kindesalter zu ergründen und zugleich zu evaluieren.

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Verlauf des Rett-Syndroms

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Rett-Syndrom

Diagnose und Verlauf einer herausfordernden Erkrankung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: Typische Körperumrisse bei Achondroplasie

© BioMarin

Achondroplasie

Gezielte Therapie: erste Lebensjahre sind entscheidend

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioMarin Deutschland GmbH, Frankfurt am Main
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Interview

Vegetarische und vegane Ernährung bei Kindern mit Vorerkrankungen

Hornhautinfektion durch Pilze

Pilzkeratitis: CRISPR-Test hilft bei unklaren Verdachtsfällen

Lesetipps
Reiseimpfungen bei Kindern: Müssen Abstandsregeln eingehalten werden?

© Porträt: BVKJ | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Reiseimpfungen bei Kindern: Müssen Abstandsregeln eingehalten werden?

Eine Illustration zeigt, wie mittels einer Spritze ins Auge gestochen wird.

© Asset Arc / stock.adobe.com / generated AI

Neovaskuläre altersbedingte Makuladegeneration

Anti-VEGF-Injektionen: Versäumte Termine kosten nAMD-Patienten wohl Sehschärfe