Kommunen fürchten Folgen von Ärztestreiks

NÜRNBERG (dpa). Die drohenden Streiks an kommunalen Krankenhäusern wären nach Einschätzung der Städte eine große finanzielle Belastung.

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Der bayerische Städtetagchef, Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD), sagte am Mittwoch, dass dann zahlreiche Operationen abgesagt werden müssten. Die Patienten wichen dann auf andere Häuser wie Universitätskliniken aus, sagte Maly.

Dies gehe "direkt ins finanzielle Herz" der Kommunalkliniken. "Das heißt für uns in Nürnberg einen täglichen Ausfall von einer halben Million Euro." Das Klinikum Nürnberg hat etwa 5600 Mitarbeiter und versorgt pro Jahr mehr als 200.000 Patienten stationär und ambulant.

Der Marburger Bund hatte am Dienstag angekündigt, dass vom 26. Januar an rund 50.000 Mediziner an den kommunalen Kliniken in Deutschland streiken wollen.

Die Ärztegewerkschaft fordert sechs Prozent mehr Gehalt, eine bessere Bezahlung der Bereitschaftsdienste sowie eine Reduzierung dieser Dienste.

Auf die Kassen angewiesen

Der Nürnberger Rathauschef hat kein Verständnis für diese Forderungen: Die Kliniken seien auf einem sehr regulierten Markt tätig, betonte er. "Wir sind auf das angewiesen, was die Krankenkassen uns geben."

So viele Mehreinnahmen werde es nicht geben. "Irgendwoher muss das Geld kommen. Entweder führt es in die Verschuldung der Kliniken - das kann auf Dauer auch nicht im Interesse des Marburger Bundes sein, oder es geht zulasten anderer", sagte Maly.

Der SPD-Politiker warnte auch vor einer "Entsolidarisierung der Berufsgruppen" in den Kliniken.

"Der Pflegedienst ist genauso wichtig wie der Arzt, weil der Arzt nicht operieren kann, wenn es keine Schwestern gibt." Schon beim vergangenen Ärztestreik sei die Stimmung zwischen Medizinern und Pflegern "richtig giftig" gewesen.

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