Kosten-Nutzen-Analyse 2009 vor dem Durchbruch?

BERLIN (HL). Staatssekretär Klaus Theo Schröder vom Bundesgesundheitsministerium erwartet, dass im nächsten Jahr die lange umstrittene Methodik zur Kosten-NutzenBewertung fertig wird.

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Anlässlich der Jahres-Presse-Konferenz des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) sagte Schröder gestern in Berlin, er hoffe, dass die Methodik dann auch von der Industrie akzeptiert wird. Es sei nicht politische Absicht, in Deutschland eine vierte Hürde zu errichten, also eine gesonderte Entscheidung darüber, ob ein Arzneimittel nach seiner arzneimittelrechtlichen Zulassung von den Kassen grundsätzlich bezahlt wird. Allerdings könne eine solche Absicht auch provoziert werden.

Die Kosten-Nutzen-Bewertung sei ein notwendiges Instrument, den zusätzlichen Nutzen einer Innovation und ihren höheren Preis in ein angemessenes Verhältnis zu bringen, so Schröder. Während die Marktsegmente mit Festbeträgen stabil sind, steigen die Ausgaben für noch patentgeschützte Arzneimittel nach Schröders Angaben seit zwei Jahren um gut zwölf Prozent jährlich.

Die nun vom IQWiG entwickelte Methode ist nach Schröders Auffassung geeignet, angemessene Erstattungshöhen für neue Arzneimittel zu finden. Institutsleiter Professor Peter Sawicki kündigte an, einen überarbeiteten Entwurf im ersten Quartal 2009 in ein Stellungnahmeverfahren einzubringen. Abschließend entscheidet darüber der Gemeinsame Bundesausschuss.

Das vor gut vier Jahren gegründete IQWiG hat mit nun 92 Mitarbeitern, darunter über 60 Wissenschaftler, seine vorläufige Endausbaustufe erreicht. Inzwischen, so Sawicki, werde die Institutsarbeit auch in der Versorgung spürbar: Als Beispiele nannte er die Entscheidungen über den (nach Institutsauffassung nicht gegebenen) Zusatznutzen von Insulinanaloga, als deren Folge die Hersteller Rabatte gewähren und die Versorgungskosten gesunken sind; aber auch die Einführung neuer Leistungen wie das Neugeborenen-Hörscreening geht auf IQWiG-Empfehlungen an den Bundesausschuss zurück. Deutschland habe sich beim Health-Technology-Assessment und bei der Anwendung evidenzbasierter Medizin inzwischen auf angelsächsisches Niveau emporgearbeitet.

Notwendig sei in Deutschland noch eine systematische Versorgungsforschung. Unter Alltagsbedingungen müssten diagnostische und therapeutische, dabei vor allem auch nichtmedikamentöse Verfahren, evaluiert werden, auch unter dem Aspekt, ob sie von Ärzten richtig praktiziert werden.

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