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Kinderchirurgen

Krebskranke Kinder nur in Zentren behandeln!

Die Heilungschancen krebskranker Kinder haben sich binnen 30 Jahren von 20 auf 75 Prozent erhöht. Wenn sich aber bereits Metastasen gebildet haben, überleben nur 30 bis 40 Prozent der Betroffenen die Erkrankung. Es ist daher wichtig, die Kinder in Spezialzentren zu behandeln.

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BERLIN. Jährlich erkranken in Deutschland 2000 Kinder und Jugendliche an Krebs, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH).

Bei bestimmten Krebsarten ist das Risiko für Metastasen groß: Das Nephroblastom beispielsweise, der häufigste Nierentumor bei Kindern, verursacht anfangs wenig Symptome und bildet zugleich rasch Tochtergeschwülste.

Zum Zeitpunkt der Diagnose werden bei etwa zehn Prozent der betroffenen Kinder bereits solche Metastasen festgestellt.

"Hat der Tumor gestreut, steht vielen Betroffenen eine intensive Chemotherapie, eine Bestrahlung, ein radikaler chirurgischer Eingriff oder sogar eine Knochenmarktransplantation bevor", so DGKCH-Präsident Professor Jörg Fuchs im Vorfeld des 4. Weltkongresses der Kinderchirurgen (WOFAPS) am 14. Oktober in Berlin.

Zentren verwenden internationale Behandlungsprotokolle

"Hier ist die enge Zusammenarbeit von Kinderärzten mehrerer Fachrichtungen lebenswichtig", sagt der Experte in einer DGKCH-Mitteilung. Das zeigen die Auswertungen internationaler Behandlungsprotokolle.

Werden erkrankte Kinder in Deutschland in speziellen Zentren behandelt, so richtet sich ihre Versorgung streng nach diesen Studienergebnissen.

"Die optimale kinderchirurgische Versorgung betroffener Kinder ist einerseits nur ein Teil in dieser Gesamtbehandlung", erklärt Fuchs.

Der Ärztliche Direktor der Kinderchirurgischen Klinik der Universität Tübingen betont: "Die Versorgung ist andererseits jedoch einer der wichtigsten Einflussfaktoren für das Überleben der Patienten."

Schlüsselloch-Chirurgie oft Methode der Wahl

Der Experte verweist darauf, dass eine radikale operative Entfernung der Metastasen die Überlebenschance Betroffener oft deutlich erhöht. Zur Verfügung stünden dafür inzwischen auch schonende minimal-invasive Methoden, so bei der Entfernung von Lungenmetastasen.

"Ein solcher Eingriff ist nicht immer möglich. Aber wenn dies der Fall ist, erspart er dem kleinen Patienten eine schwere Operation", erklärt Fuchs. "Außerdem kann sich dann früher eine Chemotherapie anschließen."

Damit Kinder von den verbesserten Therapiemöglichkeiten profitieren können, sollten sie mit ihren Eltern zur Behandlung in ein kinderonkologisches Zentrum gehen, das auf die fachübergreifende Behandlung spezialisiert ist, sagt Professor Fuchs.

Dies empfiehlt auch der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) vom Mai diesen Jahres, der sich mit der Sicherung der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität der Versorgung von jungen Patientinnen und Patienten mit Krebserkrankungen befasst. (eb)

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