Über 90 Prozent RRR

Kuba lässt eigene Subunit-Vakzine Abdala gegen COVID-19 zu

Weltweit sind bis dato zig Vakzinen gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 zugelassen. Nun ist in Kuba ein weiterer Impfstoff hinzugekommen.

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Ein Durchstechfläschchen des kubanischen Corona-Impfstoffes Abdala

Namensgeber soll ein Gedicht des kubanischen Dichters José Martí sein: COVID-19-Vakzine Abdala.

© Jesus Vargas / dpa

Havanna. Kuba hat der selbst entwickelten SARS-CoV-2-Vakzine Abdala eine Notfallzulassung erteilt. Der Subunit-Impfstoff habe in der noch laufenden Phase-3-Studie eine relative Risikoreduktion (RRR) vor symptomatischen Infekten von 92,28 Prozent gezeigt, teilte das staatliche Zentrum für die Kontrolle von Medikamenten und medizinischen Geräten (CECMED) am Freitag mit.

Damit ist Abdala der erste in Lateinamerika entwickelte und zugelassene Impfstoff gegen das Coronavirus. „Ein Licht am Ende des Tunnels in diesem langen Wettlauf gegen die Pandemie“, schrieb Präsident Miguel Díaz-Canel auf Twitter.

Jede Dosis Abdala zu 0,5 ml enthält 50 μg der gentechnisch hergestellten rezeptorbindenden Domäne (RBD) des SARS-CoV-2-Spike-Proteins. Die Vakzine wird zu drei Dosen i.m. im Impfschema 0-14-28 appliziert, heißt es in der Fachinfo des Centro de Ingeniería Genética y Biotecnología (CIGB). Das Präparat enthält Aluminiumhydroxid als Adjuvans, da Spalt- und Subunit-Impfstoffe bekanntlich als geringer immunogen gelten.

In der laufenden klinischen Studie sollten seit März bis zu 48.000 Probanden entweder Verum (CIGB-66) oder Placebo erhalten.

Zwar verfügt Kuba über viel Erfahrung bei der Entwicklung von Impfstoffen. Bislang wurden die Studienergebnisse zu Abdala aber nicht in einem Fachjournal veröffentlicht. Neben Abdala entwickelt Kuba derzeit auch noch weitere Impfstoffe gegen COVID-19, darunter die Vakzine Soberana. (dpa/nös)

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