EU-Kommission

Kyriakides stellt ihr Arbeitsprogramm vor

Die designierte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides aus Zypern hat sich den Fragen des EU-Parlaments gestellt.

Von Detlef Drewes Veröffentlicht:

BRÜSSEL. An ihrer Bestätigung als neuer Gesundheitskommissarin der EU gab es schon vor der Anhörung keine Zweifel: Stella Kyriakides (63), die christdemokratische Politikerin aus Zypern, sollte am späten Dienstagabend von den Abgeordneten des EU-Parlamentes „gegrillt“ werden.

Drei Stunden blieben der klinischen Psychologin Zeit, um ihr Arbeitsprogramm vorzustellen: „Die Europäer können zu Recht erwarten, dass sie Zugang zu Gesundheitsversorgung und sicheren Lebensmitteln haben und vor Epidemien und Krankheiten geschützt werden“, so Kyriakides.

Kampf gegen Krebs

Einer ihrer Schwerpunkte: der Kampf gegen Krebs. Sie wolle nicht nur die Forschung für geeignete und bezahlbare Medikamente intensivieren. „Fast die Hälfte aller krebsbedingten Todesfälle ist vermeidbar“, erklärte sie in den schriftlichen Antworten der Fragen, die ihr die Parlamentarier gestellt hatten.

Neben einer gesunden Lebensführung gehe es auch darum, „die Bürger vor der Exposition schädlicher Chemikalien, Luftschadstoffen und toxischen Industrieemissionen zu schützen.“ Vorhandene Engpässe bei der Versorgung mit „preiswerten, aber unentbehrlichen Arzneimitteln“ werde sie beseitigen.

Gleichzeitig, so Kyriakides weiter, müsse „die Nutzung von Alternativen zu Antibiotika“ gefördert werden – unter anderem durch die Verbesserung der Infektionsprävention. „Die entsprechenden Richtlinien der Europäischen Kommission werde ich genau verfolgen“. Bei den Medizinprodukten wolle sie auf eine „zeitnahe Umsetzung“ drängen. Die gesetzte Frist Mai 2020 müsse eingehalten werden.

Vertrauen ins Impfen wiederherstellen

Außerdem legte die zyprische Politikerin ein Bekenntnis zu Impfungen ab: „Es gilt, die Vorteile von Impfstoffen zu erläutern, Desinformation zu bekämpfen und das Vertrauen wiederherzustellen.“

Um die Sicherheit der Lebensmittel zu erhöhen, sprach sich die designierte Kommissarin für ein „verbindliches Ziel zur Verringerung des von Pestiziden ausgehenden Risikos“ aus.

Sollte das Europäische Parlament die gesamte Kommission unter Leitung der künftigen Präsidentin Ursula von der Leyen Mitte Oktober billigen, könnte Kyriakides ihr Amt am 1. November antreten.

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