Berufspolitik

Land-MVZ setzen auf Zweigpraxen

Die Welt der MVZ ändert sich: Während vor einigen Jahren noch die Marktposition der wichtigste Grund für eine Gründung war, geht es mittlerweile vor allem um weniger Bürokratie. Es zeigt sich auch: Je nach Region unterscheiden sich die MVZ stark.

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Auch eine Art MVZ: Ärztehaus in Halle.

Auch eine Art MVZ: Ärztehaus in Halle.

© F. Berger / imago

BERLIN (chb). Mehr als jedes dritte Versorgungszentrum betreibt eine Zweigpraxis - und das vor allem in ländlichen Regionen. Das geht aus dem aktuellen MVZ-Survey der Kassenärztlichen Bundesvereinigung hervor.

Damit reagierten MVZ auf den demografischen Wandel und den Ärztemangel auf dem Land, so die KBV. Dabei zeigen die Ergebnisse eine unterschiedliche Entwicklung von MVZ in ländlichen und städtischen Regionen.

Bei Versorgungszentren in Städten sei eine zunehmende Spezialisierung erkennbar, in ländlichen Gebieten stehe dagegen eine umfassende, wohnortnahe Versorgung im Mittelpunkt der Arbeit.

Insgesamt sieht die KBV einen kontinuierlichen Anstieg der Gründungszahlen auf eher niedrigem Niveau.

Weiteres Ergebnis des dritten MVZ-Surveys: 58 Prozent der ärztlichen Leiter, die sich am Survey beteiligt haben, betrachten die Gründung ihres Versorgungszentrums als lohnenswert.

Entlasstung von Bürokratie

Jeder zehnte ärztliche MVZ-Leiter oder Geschäftsführer gab allerdings an, dass sich der Betrieb seines Zentrums nicht gelohnt habe. Stark verändert haben sich die Motive, für die Gründung eines Medizinischen Versorgungszentrums.

Gaben beim ersten Survey im Jahr 2005 noch 84,6 Prozent der Teilnehmer an, das MVZ vor allem aufgebaut zu haben, um die Position am ambulanten Markt zu stärken, waren es jetzt nur noch 59,4 Prozent.

Eine wesentlich größere Rolle spielt bei den Gründungen mittlerweile die Entlastung von bürokratischen Aufgaben. Darin liegt heute für 37 Prozent die Hauptmotivation für die Gründung, 2005 waren es lediglich 26 Prozent.

Für den Survey hat die KBV im vergangenen Jahr die ärztlichen Leiter/Geschäftsführer aller 1654 Medizinischen Versorgungszentren angeschrieben. 414 haben geantwortet.

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