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"Pille danach"

Linke will Tempo bei OTC-Freigabe

Die Linke drängt bei der "Pille danach" auf Rezeptfreiheit - und hat jetzt einen Gesetzesantrag dafür vorgelegt. Die KKH erinnert derweil an die Kosten.

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Einmal Levonorgestrel: Die Linke fordert eine gesetzliche OTC-Freigabe.

Einmal Levonorgestrel: Die Linke fordert eine gesetzliche OTC-Freigabe.

© Rolf Vennenbernd / dpa

BERLIN. Die Linksfraktion drängt auf eine Entscheidung in der Frage, ob die "Pille danach" rezeptfrei werden soll. In einem Gesetzesantrag wird der Bundestag aufgefordert, den Beschluss des Bundesrates vom November 2013 "schnellstmöglich" in Kraft zu setzen. Die Länderkammer hatte im Herbst die Arzneimittelverschreibungs-Verordnung geändert.

Ziel ist, dass das Notfallkontrazeptivum mit maximal 1,5 mg Levonorgestrel ab Mai rezeptfrei erhältlich ist. Zur Begründung heißt es in dem Linken-Antrag, die bisherige Verschreibungspflicht könne dazu führen, dass bis zur Rezeptausstellung durch einen Gynäkologen zu viel Zeit verstreicht.

Durch die Apothekenpflicht sieht die Fraktion auch künftig die notwendige Beratung der Patientinnen "kompetent gewährleistet". Dem hat der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jens Spahn, mehrfach widersprochen.

"Die "Pille danach" ist aus fachlich-medizinischen Gründen verschreibungspflichtig, das ist keine politische Entscheidung. Das ist ein Medikament mit Nebenwirkungen", schrieb Spahn in Reaktion auf eine Empfehlung des Ausschusses für Verschreibungspflicht beim BfArM.

Auch das Argument die Befürworter, die auf die möglichst schnelle Einnahme der "Pille danach" verweisen, lässt Spahn nicht gelten: "Neben den ärztlichen Notdiensten für Wochenenden, Feiertage und die Nächte gibt es zudem die Notfallambulanzen der Krankenhäuser", entgegnete Spahn.

Die Linken fordern, dass das Medikament, auch wenn es künftig rezeptfrei ist, von den Kassen erstattet wird. Anderenfalls würden sich "sozialselektive Effekte" einstellen.

Für die rezeptfreie "Pille danach" müssten junge Frauen zwischen zwölf und 21 Jahren ansonsten rund 20 Euro zahlen. 2013 haben nach einer Hochrechnung der KKH Kaufmännische Krankenkasse bundesweit rund 35.000 Frauen zwischen zwölf und 21 Jahren dieses Präparat auf Kassenrezept erhalten. (fst)

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Kommentare
Dr. Thomas Georg Schätzler 22.01.201422:25 Uhr

J e d e r approbierte Arzt...

kann z. B. im zentralen ärztlichen Notdienst (ZND) oder als Hausarzt die "Pille danach" in Form von PiDaNa® 1,5 mg Tablette (Kosten 18,33 €) verschreiben. Er/sie braucht k e i n Gynäkologe zu sein, wie DIE LINKE irrtümlich, diskriminierend und wider besseres Wissen behauptet ("bis zur Rezeptausstellung durch einen Gynäkologen zu viel Zeit verstreicht").

Mit der politisch korrekten "Gender"- oder Geschlechterdebatte hat DIE LINKE offensichtlich nichts mehr am Hut: Denn sonst müsste sie darauf hinweisen, dass die männlichen Partner mindestens zu 50 Prozent an der Notwendigkeit der postkoitalen Kontrazeption ursächlich beteiligt sind. Aber es ist ja viel bequemer, die Kosten(erstattungs)-Debatte mit den Krankenkassen nur bei den betroffenen Frauen abzuladen. Wenn das nicht auch "sozialselektive Effekte" sind?

Die zweite Variante der "Pech-Pill", ellaOne® 30 mg Tablette (Kosten 35,72 €) ist eine noch etwas länger wirksame und effektivere Methode. Effektiv trägt übrigens die Gelbe Liste® PHARMINDEX zu verzögerten ärztlichen Verordnungen der "Pille danach" bei: B e i d e Präparate sind in der letzten Ausgabe 2-2013, die ich erst kürzlich erhielt, n i c h t mal g e l i s t e t! In der ROTEN LISTE® dagegen schon.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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