Tarifabschluss Öffentlicher Dienst

Marburger Bund: „Zum Ärzte-Tarifvertrag im ÖGD gibt es keine Alternative“

Der Tarifstreit im Öffentlichen Dienst ist beendet, mit dem Ergebnis für die Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst ist der Marburger Bund nicht zufrieden. Nur mit einem echten Ärztetarifvertrag ließen sich die Vergütungsunterschiede beheben, betont MB-Vorsitzende Johna.

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Lässt beim Thema Ärztetarifvertrag für den Öffentlichen Gesundheitsdienst nicht locker: MB-Chefin Dr. Susanne Johna.

Lässt beim Thema Ärztetarifvertrag für den Öffentlichen Gesundheitsdienst nicht locker: MB-Chefin Dr. Susanne Johna.

© Marburger Bund

Berlin. Nach dem Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst steht für den Marburger Bund fest: „Zu einem Ärzte-Tarifvertrag im ÖGD gibt es keine Alternative“. Ohne einen solchen Tarifvertrag werde es nicht gelingen, ausreichend ärztlichen Nachwuchs für den Öffentlichen Dienst zu gewinnen, sagt die MB-Vorsitzende Dr. Susanne Johna.

Mit dem Abschluss vom Sonntag würden die Rekrutierungsprobleme nicht einmal ansatzweise gelöst. Das Ergebnis bleibe weit hinter den Erwartungen der ÖGD-Ärzte zurück. Es zeige sich einmal mehr: „Der Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst ist der völlig falsche Ort, Rahmenbedingungen ärztlicher Arbeit zu regeln. Das ist allein Sache einer Ärztegewerkschaft“, so Johna.

MB: Wer nicht Facharzt ist, geht leer aus

Der Tarifabschluss für den Öffentlichen Dienst sieht ab März 2021 eine monatliche Zulage von 300 Euro für Fachärzte im ÖGD vor, andere Ärzte gehen laut MB dagegen leer aus. „Junge Ärztinnen und Ärzte, die ihre Weiterbildung absolvieren, werden sich kaum für den ÖGD entscheiden, wenn sie gegenüber einer Tätigkeit im stationären und ambulanten Bereich massive Gehaltsverluste in Kauf nehmen müssen“, kritisiert Johna.

Nur mit einem echten Ärztetarifvertrag ließen sich die bestehenden Unterschiede in der Vergütung dauerhaft ausgleichen. Zulagen seien kein Ersatz für ordentliche Tarifgehälter.

Arbeitgeber: Bislang wenig Interesse an Ärztetarifvertrag

Die jetzt vereinbarte Zulage werde die Lücke zu den vom Marburger Bund ausgehandelten Ärztegehältern nicht annähernd schließen, die in Krankenhäusern und beim MDK gezahlt würden. Der Unterschied könne bis zu 1500 Euro brutto im Monat liegen.

Johna fordert die Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) auf, die Verhandlungen für einen Ärztetarifvertrag im Öffentlichen Dienst wieder aufzunehmen. Ohne einen solchen Tarifvertrag werde der ÖGD personell weiter ausbluten, lautet Johnas Prognose.

Marburger Bund und VKA hatten im vergangenen Jahr bereits Gespräche über einen Ärztetarifvertrag aufgenommen. Die Arbeitgeberseite hatte im Dezember 2019 die Verhandlungen abgebrochen und seither auch nicht erkennen lassen, dass sie an einer Wiederaufnahme interessiert ist. (chb)

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