Hausarztverträge

Medi wirft Software-Anbietern Trickserei vor

Die Software läuft nicht rund: Im Südwesten gibt es offenbar große Probleme mit der Praxissoftware. Das Problem betrifft ein wichtiges Modell für Hausarztverträge - auch für Ärzte kann der Fehler Konsequenzen haben.

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Eine Ampel für den Doktor: Nicht in jeder Software funktioniert sie, wie sie soll.

Eine Ampel für den Doktor: Nicht in jeder Software funktioniert sie, wie sie soll.

© by-studio / fotolia.com

NEU-ISENBURG (fst). Medi-Chef Dr. Werner Baumgärtner nimmt die Hersteller von Praxissoftware ins Visier - und erhebt schwere Vorwürfe.

Viele Software-Anbieter setzten "die Vorgaben für das Pharmamodul im Hausarztvertrag teilweise nicht korrekt um", sagte Baumgärtner der "Ärzte Zeitung".

Das Pharmamodul ist ein wichtiges Element zur Refinanzierung des AOK-Hausarztvertrags in Baden-Württemberg. Im sogenannten gekapselten Kern der Software sind die Informationen über rabattierte Generika hinterlegt.

Diese sorgen dafür, dass der teilnehmende Hausarzt über ein Ampel-System in seiner Software aktuelle Hinweise über rabattierte Präparate erhält.

Informationskampagne

Genau an dieser Stelle gibt es offenbar Unregelmäßigkeiten, klagt Baumgärtner: "Nachteile haben zum einen die teilnehmenden Ärzte, weil sie gegebenenfalls Boni für den Einsatz von Rabattmedikamenten nicht erreichen."

Zum anderen werde die Refinanzierung des Vertrags schwieriger, weil die Einsparungen bei Arzneimitteln geringer als erhofft ausfallen.

Jetzt will Medi den Druck auf die Anbieter erhöhen: "Wir werden unsere Mitglieder streng faktenorientiert über Preise und Rahmenbedingungen von IT-Anbietern informieren", kündigt Baumgärtner an.

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