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Klinikskandal in Valencia

Medizinerausbildung: Spanische Leichenhändler-Bande festgenommen

Teilweise gelang es der Bande, todkranke Menschen in Alten- und Pflegeheimen zum Unterschreiben von Spenderformularen zu überreden. Die Leichen verkauften sie unter anderem an Medizinfakultäten.

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Valencia ist der Schauplatz des Treibens einer spanischen Leichenhändlerbande, die jetzt aufgeflogen ist.

Valencia ist der Schauplatz des Treibens einer spanischen Leichenhändlerbande, die jetzt aufgeflogen ist.

© Carlo Alleva / Amazing Aerial Agency / picture alliance

Valencia. Im spanischen Valencia wurde am Montag eine Leichenhändlerbande ausgehoben. Insgesamt wurden vier Personen eines lokalen Bestattungsinstituts von der Polizei vorläufig festgenommen.

Der Vorwurf: Sie sollen Papiere und Dokumente gefälscht haben, um in Krankenhäusern der spanischen Mittelmeermetropole an die Körper Verstorbener zu kommen. Die Leichen „verkauften“ sie danach zu Ausbildungs- und Studienzwecken an die medizinischen Fakultäten unterschiedlicher Universitäten Valencias weiter, erklärte eine Polizeisprecherin.

Um keinen Verdacht zu erregen, suchte die Leichenhändlerbande vor allem nach den Leichnamen alleinstehender Ausländer, aber auch von Obdachlosen oder Personen, die keine Angehörigen hatten. Danach fälschten sie Dokumente, Formulare und Spendererklärungen, um in den Kliniken und Krankenhäusern an die Leichen zu kommen und diese danach den Universitäten weiterzuvermitteln.

Noch unklar, wie Klinikdokumente gefälscht wurden

Noch ist aber unklar, wie sie sogar die Krankenhausdokumente fälschen konnten, um die Leichen überhaupt an die medizinischen Fakultäten weiterzuleiten. Die Ermittlungen laufen. Teilweise gelang es der Bande auch, todkranke Menschen in Alten- und Pflegeheimen zu täuschen und zum Unterschreiben von Spenderformularen zu überreden.

In einem konkreten Fall ermittelte die Polizei einen schwerkranken Mann, der nur drei Tage vor seinem Tod in einem Altenheim in Valencia eine angebliche Spende seines Körpers zu Forschungs- und Ausbildungszwecken genehmigte. Doch Untersuchungen ergaben, dass der Mann unter einer schweren kognitiven Krankheit litt und gar nicht über die geistigen Fähigkeiten verfügte, den Inhalt des Spenderdokumentes zu verstehen.

Dabei wurde die Spendergenehmigung für eine bestimmte medizinische Fakultät ausgestellt. Danach fand die Leichenhändlerbande aber anscheinend eine besser bezahlende Universitätsfakultät und fälschte erneut das sowieso unechte Dokument.

Pro Körper erhielt die kriminelle Bande rund 1.200 Euro. Die medizinischen Fakultäten kauften allerdings keine Körper für Lehre und Forschung. An Spaniens Universitäten ist die Körperspende altruistisch, unterliegt strengen Kontrollprotokollen und wird nicht bezahlt, heißt es auf Anfrage der Ärzte Zeitung von der medizinischen Fakultät der Universidad de Valencia (UV), die pro Jahr rund 40 bis 50 Leichen für Forschungs- und Studienzwecke erhält.

Kliniken zahlten nicht für die Leichen, sondern für deren Transport

Was jedoch bezahlt wird – und hier war das Geschäft für die Leichenhändlerbande – ist der Transport und die Einäscherung der Spenderleichen. Hierfür erhielt die Bande 1.200 Euro pro Körper.

Wie die Polizeiermittlungen ergaben, stellte das verdächtige Bestattungsunternehmen 2023 medizinischen Fakultäten elf individuelle Einäscherungen von Spenderkörpern in Rechnung. Doch anscheinend wurden unterschiedliche Körperteile der in den Fakultäten zerstückelten Leichen auf die Särge anderer Verstorbener verteilt, um nicht extra individuelle Einäscherungen vornehmen zu müssen.

Um wie viele Leichen es geht und welche Universitäten und Krankenhäuser in Valencia in den Leichenhändlerskandal involviert sind, ist noch nicht klar oder wurde nicht bekanntgegeben. Unterdessen stellten die drei valencianischen Universitäten mit medizinischen Fakultäten öffentlich klar, keinerlei Verbindungen zu der kriminellen Bande hatten noch wissen, ob sie überhaupt Opfer der verdächtigen Betrüger geworden sind und illegale Spenderkörper hatten. (mame)

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