Kommentar

Mehr Pflege kostet auch mehr Geld

Thomas HommelVon Thomas Hommel Veröffentlicht:

Seit Einführung der Pflegeversicherung 1995 wird der Begriff der Pflegebedürftigkeit als zu eng, zu verrichtungsbezogen diskutiert - und kritisiert. 14 Jahre später legen 32 Experten aus Patienten-, Senioren- und Behindertenorganisationen, Pflegeverbänden, Kassen, Gewerkschaften und Politik einen erweiterten Pflegebegriff vor. Kaum eine Pressemitteilung oder Stellungnahme, in der das nicht "ausdrücklich" begrüßt wird.

In der Tat: Mit dem neuen Pflegebegriff hat die Politik ein Instrumentarium an die Hand bekommen, um für mehr Leistungsgerechtigkeit in der Pflegeversicherung zu sorgen. Rund eine Million demenzkranke Menschen standen bislang im Abseits des SGB XI, da der MDK bei der Begutachtung allein nach körperlichen, nicht aber nach kognitiv-kommunikativen Defiziten fragte. Damit ist Schluss.

Doch bei aller Euphorie über den Perspektivwechsel: Die Frage der Finanzierung ist mit dem Vorschlag für eine differenziertere Begutachtung von Pflegebedürftigkeit noch nicht geklärt. Bundesgesundheitsministerin Schmidt fordert eine "offene" Diskussion, was der Gesellschaft mehr und vor allem gute Pflege wert ist. Zum Nulltarif gibt es sie nicht, diese gute Pflege. Jetzt ist zu hoffen, dass Politiker den Mut aufbringen, das den Bürgern auch offen zu sagen.

Lesen Sie dazu auch: In der Pflege geht es künftig nach fünf "Bedarfsgraden" Blaupause für Pflegereform

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Bundesfinanzministerium erklärt Voraussetzungen

Aktivrente 2026: Was Ärztinnen und Ärzte wissen müssen

Lesetipps
Die Pressekonferenz zum DKK 2026 mit zahlreichen Menschen auf dem Podium.

© Peter-Paul-Weiler

DKK 2026

Immuntherapie bei Krebs: Komplexe Kombinationen gefragt

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Blick in den Darm mit einem Krebsgeschwür.

© Juan Gärtner / stock.adobe.com

Gastrointestinale Tumoren

Magen-Darm-Krebs: Wirklich immer früher?

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Logo des 37. Deutschen Krebskongresses 2026

© Deutscher Krebskongress

Themenseite

Alles zum Deutschen Krebskongress