TK meldet

Mehr Verdachtsfälle auf Ärztepfusch

Bei der Techniker Krankenkasse glaubten 2017 so viele Versicherte wie noch nie, dass sie falsch behandelt wurden. Drei Arztgruppen standen besonders häufig unter Verdacht.

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Bei etwa jedem dritten Verdachtsfall erhärteten sich nach TK-Angaben die Hinweise auf einen Behandlungsfehler.

Bei etwa jedem dritten Verdachtsfall erhärteten sich nach TK-Angaben die Hinweise auf einen Behandlungsfehler.

© Coloures-pic / stock.adobe.com

BERLIN. Die Techniker Krankenkasse (TK) hat im vergangenen Jahr einen Rekord bei Verdachtsmeldungen auf Behandlungsfehlern verzeichnet.

5500 Versicherte hätten sich 2017 an die gesetzliche Krankenkasse gewendet, weil sie bei sich einen Behandlungsfehler vermuteten, meldete die TK. Das sei ein Anstieg um 16 Prozent im Vergleich zu 2016.

Die meisten Beschwerden gab es der Kasse zufolge über Behandlungen bei Chirurgen (1477 Verdachtsfälle). Es folgten Zahnärzte (920) und mit 546 Verdachtsfällen die Allgemeinmediziner (siehe Grafik).

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Allerdings bestätige sich nicht jeder Verdachtsfall im Laufe der Überprüfung, stellte Medizinrechtsexperte Christian Soltau klar. Doch bei etwa jedem dritten Fall erhärteten sich die Hinweise auf einen Behandlungsfehler. Daneben dürfte es noch eine hohe Dunkelziffer an unentdeckten Behandlungsfehlern geben.

Im vergangenen Jahr hat die TK den Angaben zufolge mehr als 15 Millionen Euro von Ärzten und Kliniken für die Folgekosten von Fehlbehandlungen zurückgefordert. (dpa/ths)

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Kommentare
Dr. Hartmut Hollerbuhl 13.03.201806:37 Uhr

Bitte etwas genauer

Es ist schon schlimm genug, dass Boulevardblätter undifferenziert den Begriff "Ärztepfusch" inflationär missbrauchen. Aber dass da Springer mitmacht...
Es gibt mindestens 3 Stufen einer Abweichung vom Normalen:
1. Komplikationen: Sie sind nicht immer vermeidbar, und darüber werden die Patienten vorher aufgeklärt.
2. Fehler: Sie sind ein typisch menschliches Produkt und unterlaufen. Hier muss eine genaue Analye erfolgen (weshalb und wie, und nicht "wer")
3. Grobe Sorgfaltspflichtverletzungen. Das ist im engeren Sinn der Ärztepfusch.
Sie sehen also, es ist nicht alles so einfach, wie Patient denkt. Und deshalb bestätigt sich eben nicht jeder Verdachtsfall. Wenn man die Patienten vorher besser durch die Medien über "den kleinen Unterschied" aufklären würde, ließen sich manche Mißhelligkeiten vermeiden.

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