Kommentar

Mehr als eine Nasenlänge voraus

Von Hauke GerlofHauke Gerlof Veröffentlicht:

Wenn es um die Durchsetzung von Infrastrukturprojekten geht, haben in Frankreich Bedenkenträger meist keine Chance. Ein Beispiel sind die Hochgeschwindigkeitstrassen des TGV.

In Deutschland dauern solche Projekte oft viel länger als beim westlichen Nachbarn, was auch daran liegt, dass Frankreich zentral organisiert ist, Deutschland dagegen föderal.

Was für Verkehrsprojekte gilt, ist offenbar auch für die Telematikinfrastruktur im Gesundheitswesen gültig.

Die nationale elektronische Patientenakte in Frankreich, die über die Versichertenkarte zugänglich ist, ist schon mitten in der Realisierungsphase, während die deutsche Gesundheitskarte noch in den Kinderschuhen steckt - jedenfalls, was Mehrwertdienste wie die Patientenakte angeht. Die Franzosen sind hier um Längen voraus.

Dabei können die deutschen Planer durchaus von den Erfahrungen auf der anderen Rheinseite lernen, denn die französische "Carte Vitale" - zusammen mit dem elektronischen Heilberufeausweis - ist ähnlich angelegt wie die deutsche eGK, auch vom Sicherheitskonzept her.

Interessant ist, dass die Patientenakzeptanz für Karte und Akte dort bisher sehr hoch ist. Die eigentliche technische und organisatorische Bewährungsprobe eines Massenbetriebs steht dem System aber auch in Frankreich noch bevor.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund: Frankreich zeigt bei der E-Card, wo es hin geht

Mehr zum Thema

Kritik aus Mecklenburg-Vorpommern

Nordost-KV fordert schärfere Regeln für MVZ

Aktuelle RKI-Zahlen

Das Corona-Infektionsgeschehen in den einzelnen Kreisen

Das könnte Sie auch interessieren
Digitalisierung? „Muss für Ärzte einen Mehrwert bieten!“

© [M] Scherer: Tabea Marten | Spöhrer: privat

„EvidenzUpdate“-Podcast

Digitalisierung? „Muss für Ärzte einen Mehrwert bieten!“

Digitalisierung und Datenschutz pandemiekonform: SVR-Vorsitzender Professor Ferdinand Gerlach (li.) am 24. März in Berlin bei der Vorstellung des Ratsgutachtens und der Bundesdatenschutzbeauftragte Professor Ulrich Kelber (re.) einen Tag später bei der Vorlage seines Tätigkeitsberichts.

© [M] Gerlach: Wolfgang Kumm / dpa | Kelber: Bernd von Jutrczenka / dpa

„ÄrzteTag“-Podcast

„Wir verlangen Digitalisierung mit Gehirnschmalz!“ (Streitgespräch Teil 1)

Thorsten Kaatze, kaufmännischer Direktor am Uniklinikum Essen

© UK Essen

„ÄrzteTag“-Podcast

Ein „Kochrezept“ für die Digitalisierung einer Uniklinik

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Nachmittags: das schnelle Telegramm. Am Morgen: Ihr individuell zusammengestellter Themenmix.

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
3D-Darstellung von Neuronen mit Amyloid-Plaques. Nach wie vor stehen diese Plaques im Zentrum vieler Forschungsarbeiten zu neuen Alzheimertherapien.

© SciePro / stock.adobe.com

Internationaler Alzheimer-Kongress

Hoffnung auf neue Antikörper zur Alzheimer-Therapie