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Kommentar

Mehr als eine Nasenlänge voraus

Hauke GerlofVon Hauke Gerlof Veröffentlicht:

Wenn es um die Durchsetzung von Infrastrukturprojekten geht, haben in Frankreich Bedenkenträger meist keine Chance. Ein Beispiel sind die Hochgeschwindigkeitstrassen des TGV.

In Deutschland dauern solche Projekte oft viel länger als beim westlichen Nachbarn, was auch daran liegt, dass Frankreich zentral organisiert ist, Deutschland dagegen föderal.

Was für Verkehrsprojekte gilt, ist offenbar auch für die Telematikinfrastruktur im Gesundheitswesen gültig.

Die nationale elektronische Patientenakte in Frankreich, die über die Versichertenkarte zugänglich ist, ist schon mitten in der Realisierungsphase, während die deutsche Gesundheitskarte noch in den Kinderschuhen steckt - jedenfalls, was Mehrwertdienste wie die Patientenakte angeht. Die Franzosen sind hier um Längen voraus.

Dabei können die deutschen Planer durchaus von den Erfahrungen auf der anderen Rheinseite lernen, denn die französische "Carte Vitale" - zusammen mit dem elektronischen Heilberufeausweis - ist ähnlich angelegt wie die deutsche eGK, auch vom Sicherheitskonzept her.

Interessant ist, dass die Patientenakzeptanz für Karte und Akte dort bisher sehr hoch ist. Die eigentliche technische und organisatorische Bewährungsprobe eines Massenbetriebs steht dem System aber auch in Frankreich noch bevor.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund: Frankreich zeigt bei der E-Card, wo es hin geht

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