Deutscher Krankenhaustag / DKG-Präsident Gaß

Mehr ambulante Medizin in der Klinik wagen

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) fordert, dass Kliniken in großem Umfang zur ambulanten fachärztlichen Versorgung zugelassen werden.

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Fordert mehr ambulante fachärztliche Leistungen in den Kliniken: DKG-Präsident Dr. Gerald Gaß beim deutschen Krankenhaustag.

Fordert mehr ambulante fachärztliche Leistungen in den Kliniken: DKG-Präsident Dr. Gerald Gaß beim deutschen Krankenhaustag.

© vdek RLP / Stefan F. Sämmer

DÜSSELDORF. „Krankenhäuser sollten ambulante fachärztliche Leistungen erbringen können, wo sie dazu in der Lage sind, jenseits von Zulassungsfragen oder Zulassungsbeschränkungen“, sagte DKG-Präsident Dr. Gerald Gaß zum Auftakt des 41. Deutschen Krankenhaustages während der Medizinmesse Medica in Düsseldorf. „Wir sollten die Entwicklung gestalten und selbstbewusst unsere Möglichkeiten darstellen.“

In vielen ländlichen Regionen hätten sich niedergelassene Fachärzte aus nachvollziehbaren Gründen aus der Versorgung zurückgezogen, die Kliniken müssten in die Bresche springen. Deshalb seien Regelungen notwendig, damit die Zulassung beziehungsweise Ermächtigung der Kliniken kein „Segensakt der Kassenärztlichen Vereinigungen“ seien, sagte Gaß.

Es gehe ihm nicht um eine „Entmachtung der KVen“, betonte er. „Wir setzen auf die Macht des Faktischen.“ Grundsätzlich hält der DKG-Präsident den Ausbau der Kooperation zwischen Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten für sinnvoll. Sie sollten sich zusammentun und überlegen, wie sie gemeinsam die Versorgung gestalten können.

Ein Beispiel ist für ihn die Nutzung der in der Klinik verfügbaren Diagnostik durch Niedergelassene. „So könnten wir die Versorgung wesentlich effektiver gestalten“, sagte Gaß.

Appell an Spahn: Mehr Tempo!

Professor Hans-Fred Weiser, Präsident des Verbandes der leitenden Krankenhausärzte Deutschlands, forderte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf, noch in dieser Legislaturperiode ein Konzept für die sektorübergreifende Notfallversorgung auf den Weg zu bringen. Auf die Ergebnisse der im Koalitionsvertrag vorgesehenen Bund-Länder-Arbeitsgruppe zum Thema will er nicht warten. Nach dem Zeitplan sei klar, dass in dieser Legislaturperiode nichts mehr passieren werde.

Nach Ansicht des Kongresspräsidenten des Deutschen Krankenhaustage Dr. Josef Düllings sollten sich Bund und Länder zudem zusammensetzen, um ein „Zukunftskonzept Deutsches Krankenhaus“ zu entwickeln. Mit der Flickschusterei im stationären Bereich könne es nicht weitergehen.

Handlungsbedarf sieht Düllings, der Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands ist, unter anderem bei der Reduktion der „Checklistenmedizin“ und bei der Finanzierung der Digitalisierung. (iss)

Lesen Sie dazu auch: Deutscher Krankenhaustag: Spahn wirbt bei Pflegekräften um neues Vertrauen

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