Direkt zum Inhaltsbereich

BVKJ-Kongress

Meisten Kinderkliniken droht Insolvenz

Fast drei Viertel der deutschen Kinderkliniken steht eine Insolvenz bevor, warnt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Die Ursachen dafür seien vielseitig.

Raimund SchmidVon Raimund Schmid Veröffentlicht:

BAD ORB. Rund 70 Prozent der Kinderkliniken in Deutschland stehen vor der Insolvenz.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hat daher beim Herbstkongress in Bad Orb den Gesetzgeber aufgefordert, das Krankenhausentgeltgesetz zu präzisieren und dort einen Sicherstellungsauftrag gesetzlich fest zu verankern.

Ansonsten drohe die Gefahr, dass immer mehr Ärzte aus der Erwachsenenmedizin Kinder behandeln müssten, befürchtet Professor Klaus-Michael Keller, wissenschaftlicher Leiter des Kongresses.

Das sei weder aus Sicht der betroffenen Kinder und ihrer Eltern noch aus Sicht der Medizin wünschenswert.

Die zunehmende finanzielle Schieflage der Kinderkliniken ist nach Darstellung von Professor Ronald Schmid, Vizepräsident des BVKJ, auf ein Bündel von Ursachen zurückzuführen.

Die immer strikteren Arbeitszeitregelungen führen in vielen Kinderkliniken zu immer größeren personellen Engpässen. Hinzu kommt, dass gerade in den vergangenen Jahren die Gehaltszuwächse höher ausgefallen sind als die Erlössteigerungen der Kliniken.

Pädiaterstellen können nicht besetzt werden

Zudem würden die strikteren Hygienevorschriften gerade in solchen Kliniken, die Neonatologien oder Intensivstationen vorhalten, finanziell massiv zu Buche schlagen.

Und schließlich, so Schmid, könnten manche freie Arztstellen in Kinderkliniken nicht mehr besetzt werden, weil pädiatrische Nachwuchsmediziner fehlen oder insbesondere Kinder- und Jugendärztinnen lediglich Teilzeitstellen annehmen würden.

BVKJ-Präsident Dr. Wolfram Hartmann hält deshalb nicht nur den eingeforderten Sicherstellungszuschlag für Kinderkliniken, sondern auch eine Anpassung und Verbesserung des DRG-Systems für überfällig.

Viele pädiatrische Leistungen könnten im DRG-System gar nicht abgebildet werden oder seien unzureichend bewertet. Dies sei auch darauf zurückzuführen, dass im DRG-Ursprungsland Australien spezielle Abrechnungsziffern für Kinderkliniken nicht vorgesehen waren.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Logo Digiteneers - Vertidisan

© Digitineers

Digitineers

Bei Schwindel – Vertidisan®: Die Therapie-App

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Logo Cardisio

© Doctolib

Doctolib

Mehr Service: KI-Assistenz rund um die Privatbehandlung

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Vorteile von Vamorolon

© Santhera Pharmaceuticals (Deutschland) GmbH, modifiziert nach [3−5, 6]

Duchenne-Muskeldystrophie (DMD)

Neue Perspektiven für die Versorgung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Santhera Pharmaceuticals (Deutschland) GmbH, München
Abb. 1: Verlauf des Rett-Syndroms

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Rett-Syndrom

Diagnose und Verlauf einer herausfordernden Erkrankung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: Typische Körperumrisse bei Achondroplasie

© BioMarin

Achondroplasie

Gezielte Therapie: erste Lebensjahre sind entscheidend

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioMarin Deutschland GmbH, Frankfurt am Main
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Besser als Atemtherapie?

Supragastrisches Aufstoßen lässt sich mit Gesang vertreiben

Lesetipps
Koloskopie, Blick auf den Monitor

© Issara - stock.adobe.com

Anstoß zur Diskussion

Darmkrebs: Ist die koloskopische Überwachung falsch aufgestellt?

Ein Arzt zählt mit den Fingern bis Drei.

© Arnéll Koegelenberg/peopleimages.com/stock.adobe.com

Regionaler Multimorbiditäts-Vergleich

Wo es relativ viele Ü-50-Jährige mit drei oder mehr chronischen Erkrankungen gibt