Leitartikel

Migranten als Patienten oft außen vor

Sind die Barrieren für den fairen Zugang zur Reha, zur Pflege, zur ambulanten und stationären Gesundheitsversorgung zu hoch ? Migranten in Deutschland werden immer noch benachteiligt, wie aktuelle Daten zeigen.

Von Angela MisslbeckAngela Misslbeck Veröffentlicht:
Immer noch ein seltenes Bild: Pflegekraft betreut Migrantin.

Immer noch ein seltenes Bild: Pflegekraft betreut Migrantin.

© Stache / dpa

Über den Zugang zu einer Rehamaßnahme und ihren Erfolg entscheidet nicht nur medizinische Notwendigkeit. Herkunft, Bildung und Sozialstatus der Patienten spielen eine wichtige Rolle. Das zeigt der Bielefelder Gesundheitswissenschaftler Oliver Razum anhand von Daten des Sozioökonomischen Panels.

In der jährlichen Repräsentativerhebung gaben 4,7 Prozent der deutschen aber nur 3,2 Prozent der ausländischen Befragten an, dass sie im vergangenen Jahr eine Reha-Maßnahme genutzt haben. Razum hat diese Daten nach dem Sozialstatuts bereinigt. So kann er zeigen, welchen Einfluss allein die Staatsangehörigkeit hat.

Das Ergebnis ist erschreckend: Menschen mit einem ausländischen Pass haben demnach eine um 40 Prozent geringere Chance auf eine Reha-Maßnahme. Hinzu kommt, dass Rehamaßnahmen bei Migranten offenbar eine geringere Erfolgsquote haben. Das macht Razum mit Daten der Deutschen Rentenversicherung (DRV) deutlich ...

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