Direkt zum Inhaltsbereich

Kommentar zum RESIST-PRojekt

Mit sprechender Medizin gegen die Resistenzen

Ärzte wissen, dass Antibiotika gegen Viren nicht wirken, sind aber gleichwohl vor irrationalem Handeln nicht gefeit. Kommunikation mit dem Patienten ist das Aund O.

Anno FrickeVon Anno Fricke Veröffentlicht:

Antibiotika taugen nichts bei Erkältungen. Sprechen Ärzte und Patienten mehr miteinander, sinken die Verordnungszahlen. Es kann so einfach sein. Ärzte und Patienten reden einfach mehr miteinander, und schon sinken die Antibiotikaverordnungen.

Aus den Ergebnissen des Projekts RESIST von Kassenärztlicher Bundesvereinigung und Ersatzkassenverband sollten alle Beteiligten ihre Schlüsse ziehen. Der Arzt kann daraus lernen, dass der Patient nicht zwingend von ihm ein Rezept für ein Antibiotikum erwartet, um Husten, Schnupfen, Heiserkeit zu kurieren. Die Patienten erfahren daraus, dass der Profi, also der Arzt, sie als Laien zu einer gemeinsamen Entscheidungsfindung einlädt.

Das ist Aufklärung und kann helfen, ein Stück Irrationalität aus den Arztpraxen zu verbannen. Ärzte wissen von Berufswegen sehr genau, dass Antibiotika gegen Viren nicht wirken, sind aber gleichwohl vor irrationalem Handeln nicht gefeit. Besteht der Patient auf die Gabe eines Antibiotikums, zücken sie zu oft noch lieber den Rezeptblock als sich in die Auseinandersetzung mit dem Laien zu begeben.

Ein kleiner Dreh an der Arzt-Patienten-Kommunikation kann an dieser Stelle etwas bewirken. Schließlich ist die Bedrohung durch Antibiotikaresistenzen durchaus manifester als die Bedrohung durch nicht mit Antibiotika behandelte Viruserkältungen. Die Weltgesundheitsorganisation rechnet plakativ vor, dass bis zum Jahr 2050 jedes Jahr zehn Millionen Menschen an Antibiotikaresistenzen sterben könnten. Das wäre also alle zwölf Monate einmal die Einwohnerzahl Schwedens.

Schreiben Sie dem Autor: anno.fricke@springer.com

Lesen Sie dazu auch
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Nationale Politik an Europas Gesundheitszielen ausrichten

© quantic69 | iStock

Politische Perspektive

Nationale Politik an Europas Gesundheitszielen ausrichten

Anzeige | CSL Behring GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
AMNOG-Verfahren: Plädoyer für ein Update

© Springer Medizin Verlag GmbH

AMNOG-Verfahren: Plädoyer für ein Update

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Therapie je nach Risiko

Akute Lungenembolie: Was die optimale Therapie ausmacht

Prävalenz-Vergleich der Kreise

Auffällig hoher Anteil an multimorbiden Menschen in Ostdeutschland

Lesetipps