Antibiotika

NRW will Verbrauch eindämmen

Ärzte in NRW verordnen bundesweit die meisten Antibiotika. Landesregierung und KVen wollen das gemeinsam ändern.

Veröffentlicht:

DÜSSELDORF. In Nordrhein-Westfalen verordnen Ärzte mit 17,3 Tagesdosen pro 1000 Einwohner und pro Tag überdurchschnittlich häufig Antibiotika. Damit liegt das bevölkerungsreichste Bundesland um rund 29 Prozent höher als der Bundesdurchschnitt.

Jede dritte Verordnung ist dabei nicht sinnvoll, etwa weil die Antibiotika bei Krankheiten eingesetzt werden, die durch Viren hervorgerufen werden.

Landesgesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) will die hohe Zahl der unnötig verordneten Antibiotika senken. Gemeinsam mit den Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein (KVNo) und Westfalen-Lippe (KVWL) hat sie die landesweite Kampagne "Nur wenn's Sinn macht - Antibiotika bewusst einsetzen" gestartet.

Aufklärungsplakate und Broschüren

"Bakterien werden zunehmend widerstandsfähig gegen Antibiotika, sodass die Medikamente nicht mehr wirken", sagte sie beim Start der Kampagnen im Düsseldorfer Landtag. "Gemeinsam mit der Ärzteschaft in Nordrhein-Westfalen wollen wir den Verbrauch von Antibiotika senken und das Risiko der Resistenzbildung reduzieren."

Im Rahmen der Aktion erhalten rund 17.000 Ärzte Aufklärungsplakate und Informationsbroschüren für die Patienten, die sie in ihren Wartezimmern auslegen oder aushängen können. "So gehen die Patienten gut vorbereitet in das Behandlungsgespräch, außerdem können die Materialien die Ärzte beim Patientengespräch unterstützen", sagte Steffens.

Dr. Wolfgang-Axel Dryden, Vorsitzender der KV Westfalen-Lippe, betonte: "Es geht uns nicht darum, Antibiotika zu verteufeln, richtig eingesetzt sind sie Lebensretter." Vielmehr sollten die Patienten für einen sinnvollen Umgang mit Antibiotika sensibilisiert werden.

Das sei nicht immer einfach. "Die Erwartungshaltung, ein Antibiotikum verschrieben zu bekommen, ist bei den Patienten enorm groß", sagte er. Die Kampagne könne Ärzten helfen, ihren Standpunkt durchzusetzen, wenn das Medikament nicht indiziert sei.

Aber auch die richtige Einnahme sei ein wichtiger Aspekt. "Damit sich möglichst wenige Resistenzen ausbilden können, muss das Antibiotikum gezielt zum Erreger passen und lange genug in der richtigen Dosierung eingenommen werden." Die Ärzte seien wichtige Multiplikatoren, um diese Informationen an die Patienten zu übermitteln. (acg)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3, 17–19]

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Frauenärztin und Aufklärerin auf Instagram

Dr. Annika Schauer: Gynfluencerin und Wies’n-Kellnerin

Lesetipps
Eine ältere Frau bekommt eine Impfung in den rechten Oberarm.

© David Pereiras / Stock.adobe.com

RCTs und Real-World-Evidenz

Wie gut die RSV-Impfung bei Erwachsenen wirkt – und ankommt