Nach der Berufsordnung nun auch eine Kammer für Pflege?

HAMBURG (di). Nach der Berufsordnung nun die eigene Kammer - so wünschen sich Pflegeberufe die Zukunft. Die Initiative dafür aber muss von der Basis kommen.

Veröffentlicht:

"Wir werden nichts einführen ohne die Initiative aus dem Beruf", stellte Doris Röckendorf auf dem siebten Gesundheitspflege-Kongress in Hamburg klar. Die Referatsleiterin Fachberufe im Gesundheitswesen in der Hamburger Sozialbehörde reagierte damit auf Zukunftspläne von Pflegeexperten, die nach Verabschiedung der Berufsordnung für Pflegekräfte in Hamburg eine Pflegekammer anstreben.

Hamburg ist nach Bremen und Saarland erst das dritte Bundesland mit einer Berufsordnung für Pflegekräfte. Auf dem Kongress wurde dies als Meilenstein auf dem Weg zu einer größeren Professionalisierung des Berufs betrachtet. Nächster Schritt könnte nach Meinung mancher Experten eine eigene Kammer sein.

Hauptvorteil einer Berufsordnung ist für Pflegeexpertin Ingrid Smerdka-Arhelger, dass damit Aufgaben und Kompetenzen nach innen und außen verdeutlicht werden. Für Pflegedirektorin Christiane Kallenbach aus dem Hamburger Diakonie-Klinikum ist die Berufsordnung ein Dokument, "das deutlich macht, was wir den Patienten schuldig sind und welche Qualität Pflege haben muss".

Die Berufsordnung regelt erstmals Aufgaben und Pflichten aus den Bereichen Pflegeplanung, Organisation, Dokumentation und Evaluation. Auch eine Fortbildungspflicht wurde eingeführt. Was unter Ärzten heftig umstritten war, macht Pflegekräfte laut Kallenbach stolz. Denn künftig können sich die Pflegekräfte genauso wie die Ärzte Fortbildungspunkte für die besuchten Veranstaltungen gutschreiben lassen.

"Es ist wichtig, dass da etwas ebenbürtiges zu den Ärzten geschaffen wurde", sagte Kallenbach. Flächendeckende Kontrollen und Sanktionen für fehlende Fortbildungspunkte gibt es nicht. Smerdka-Arhelger hofft, dass Arbeitgeber nun die Fortbildung für Pflegekräfte stärker in den Fokus rücken. Bislang hätten Kliniken oft als erstes an den Bildungsbudgets gespart.

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Autopsiestudie

So häufig wird der Krebs erst nach dem Tod erkannt

Lesetipps
Schulterschmerzen? Im höheren Alter ist die Polymyalgia rheumatica nach der Rheumatoiden Arthritis die häufigste entzündlich-rheumatische Erkrankung. (Symbolbild mit Fotomodellen)

© peopleimages.com / stock.adobe.com

Praxistipps

Schulterschmerzen: Die vertrackte, ärztliche Spurensuche