Direkt zum Inhaltsbereich

Branchenreports

Neue Indikationen beflügeln Biotech

Um elf Prozent auf sechs Milliarden Euro ist der Markt biotechnologisch hergestellter Arzneimittel im Jahr 2012 gestiegen, vor allem aufgrund von Indikationserweiterungen.

Helmut LaschetVon Helmut Laschet Veröffentlicht:

FRANKFURT/MAIN. Nach Stagnation im Vorjahr hat der Umsatz von Biopharmazeutika 2012 wieder kräftig zugelegt.

"Hauptursache für den Umsatzzuwachs ist ein steigender Bedarf, insbesondere bei Patienten mit schweren Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis oder Psoriasis", sagte Dr. Frank Mathias, Vorsitzender von vfa bio am Dienstag bei der Vorstellung des Branchenreports "Medizinische Biotechnologie in Deutschland im Jahr 2012" in Frankfurt.

Biotechnisch erzeugte Präparate erreichen damit einen Marktanteil von 21 Prozent. Der größte Zuwachs wurde in den Indikationen Autoimmunerkrankungen (plus 18 Prozent) und Krebs (elf Prozent) erreicht.

Das Marktwachstum wird dabei kaum von Neuzulassungen der Jahre 2010 bis 2012 bestimmt, sondern überwiegend von insgesamt 25 Indikationserweiterungen in den vergangenen zwei Jahren.

Insgesamt befanden sich im vergangenen Jahr 578 Wirkstoffe in der Entwicklung, davon 110 in der Phase III. Sie sind potenzielle Kandidaten für eine Zulassung in absehbarer Zeit.

Die Hauptindikationsgebiete sind Infektionen, Onkologie und Immunologie. Die Zahl der Entwicklungsprojekte hat damit erneut zugenommen, der Zuwachs wird allerdings von Jahr zu Jahr geringer.

Fast eine Milliarde Euro mit Dienstleistungen

Neu zugelassen wurden im vergangenen Jahr fünf Wirkstoffe: der Antikörper Brentuximab zur Behandlung des Hodgkin Lymphoms und des refraktären systemischen anaplastischen großzelligen Lymphoms, die rekombinanten Proteine Teduglutid gegen Kurzdarmsyndrom, Catridecacog zur Langzeitprophylaxe von Blutungen bei Faktor XIII Untereinheit A-Mangel, Aflibercept gegen feuchte altersbedingte Makuladegeneration sowie als Gentherapie Alipogen Tiparvovec zur Behandlung des familiären Lipoproteinlipasemangels.

Darüber hinaus wurden zwei biotechnologisch hergestellte Impfstoffe zugelassen: ein präpandemischer Grippeimpfstoff sowie ein Meningokokken-Konjugat-Impfstoff.

Insgesamt existieren in Deutschland 385 Unternehmen, die sich mit der Entwicklung und Fertigung von Biopharmazeutika befassen. Die Zahl der Unternehmen ist letztes Jahr nahezu konstant geblieben.

Die überwiegende Zahl der Firmen - es sind 269 - besteht nur aus einer Technologieplattform, lediglich 116 haben eine eigene Wirkstoffentwicklung und/oder eigene Wirkstoffe in der Vermarktung.

Zusätzlich zum Verkauf von Fertigarzneimitteln erzielen die Unternehmen einen Umsatz mit wissenschaftlichen Dienstleistungen in Höhe von 983 Millionen Euro. Die Branche beschäftigt insgesamt knapp 36.000 Mitarbeiter.

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Mai-Sitzung des CHMP

EMA-Experten empfehlen vier Pharma-Innovationen zur europaweiten Zulassung

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Angepasste Endpunkte, moderne Studiendesigns und ungelöste Herausforderungen

© metamorworks / Getty Images / iStock

Krebsmedizin auf neuen Wegen

Angepasste Endpunkte, moderne Studiendesigns und ungelöste Herausforderungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
Ein Medikament unter vielen, das wenigen hilft? 2400 Wirkstoff-Kandidaten in der EU haben den Orphan-Drug-Status.

© artisteer / Getty Images / iStock

Wirkstoff-Kandidaten mit Orphan-Drug-Status

Orphan Drugs – Risiken für ein Modell

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Demenzprävention?

Alzheimer: Bei wem Fleischkonsum doch von Vorteil sein könnte

Lesetipps
Eine hervorgehobene Leber im 3D-Modell

© Dr_Microbe / stock.adobe.com

Münchner Aids- und Infektiologie-Tage

Chronische Hepatitis B: Heilung durch monoklonalen Antikörper?

Noch impfen nach einer RSV-Erkrankung?

© Porträt: privat | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Noch impfen nach einer RSV-Erkrankung?

Die Ärzte Zeitung ist jetzt auch auf Instagram aktiv.

© prima91 / stock.adobe.com

Social Media

Folgen Sie der Ärzte Zeitung auf Instagram