Notdienstquartett: Hausärzteprotest in Dortmund

KÖLN (iss). Im Dortmunder Süden bringen Hausärzte ihren Protest gegen die Honorarsituation auf besondere Weise zum Ausdruck. Am kommenden Mittwoch, dem landesweiten Aktionstag in Nordrhein-Westfalen, bieten sie vormittags keine Sprechstunden an - sie versorgen Notfallpatienten vier Stunden gemeinsam in einer Praxis.

Veröffentlicht:

"Wir wollen klar zum Ausdruck bringen, dass es uns nicht um die Situation einzelner geht", sagt Hausarzt Ulrich Petersen aus Sölde. Die vier Praxen, die sich an der Aktion im Bezirk Sölde/Sölder-holz/Lichtendorf beteiligen, kennen sich gut über die Zusammenarbeit und die kollegiale Vertretung. Außerdem seien alle Mitglieder im westfälisch-lippischen Hausärzteverband, berichtet er.

"Es ist für uns aber schon neu, zu den Kollegen in die Praxis zu gehen", sagt Petersen. Die gemeinsame Arbeit am Patienten sei für alle ungewöhnlich. Damit wollen die Ärzte zeigen, dass sie sich nicht als Konkurrenten sehen, sondern den langfristigen Erhalt der hausärztlichen Praxen im Stadtbezirk sichern wollen. "Es ist toll, dass so etwas möglich ist."

Die Hausärzte haben die Patienten über die Aktion und ihre Hintergründe informiert. Im Vordergrund steht dabei der Ärger über die Honorarreform und die Forderung nach Hausarztverträgen der Kassen mit dem Hausärzteverband "Wieder einmal ist es der Politik und der ärztlichen Selbstverwaltung nicht gelungen, den Hausärzten eine verlässliche Planung ihres Einkommens zu ermöglichen", schreiben sie in einem Flyer für die Patienten.

Nicht nur die Patienten werden die Mediziner am Mittwoch gemeinsam versorgen. Sie wollen auch nach Münster fahren, um an der zentralen Protestveranstaltung der Hausärzteverbände in Nordrhein und Westfalen-Lippe teilzunehmen.

Schlagworte:
Mehr zum Thema

Lehren aus der Vergangenheit

KBV: Bei Digitalisierung mehr auf die Praxen hören

Hauptverhandlung am Landgericht Nürnberg ausgesetzt

Corona-Impfarzt erscheint nicht zum Prozessauftakt

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Healthcare Hackathon

Wie KI zur echten Praxis- und Klinikhilfe wird

GKV-Daten

Typ-2-Diabetes und Depression folgen oft aufeinander

Postoperative Infektionen

Appendektomie: Vorsicht bei systemischen Glukokortikoiden!

Lesetipps
Professor Ferdinand Gerlach

© Wolfgang Kumm/dpa/picture alliance

Interview

Gerlach: „Es gibt keinen allgemeinen Ärztemangel und keine generelle Überalterung“

Gemälde von Menschen auf einer tropischen Insel, die um eine übergroße Mango tanzen.

© Preyanuch / stock.adobe.com

Kinetose

Mango, Musik, Medikamente – was gegen Reisekrankheit hilft

Die Ursache der Appendizitis des jungen Mannes war offenbar eine Aktinomykose, ausgelöst durch Actinomyces israelii, ein gram-positives anaerobes Bakterium, das als Kommensale in der Mundhöhle und auch im Gastrointestinaltrakt vorkommt.

© Dr_Microbe / stock.adobe.com

Untypisches Krankheitsbild

Kasuistik: Hinter dieser Appendizitis steckte ein Bakterium