Direkt zum Inhaltsbereich

Nur noch halb so viele Tabletten im Alter

Fünf Medikamente oder mehr - für viele ältere Patienten ist das Alltag. Und ihre Zahl nimmt zu, doch ein griffiges Versorgungskonzept für die Multimorbiden gibt es nicht. Das will die DEGAM ändern - und zwar bald.

Veröffentlicht:
Professor Ferdinand Gerlach, Präsident der DEGAM.

Professor Ferdinand Gerlach, Präsident der DEGAM.

© Uni-Frankfurt

SALZBURG (ras). Für die steigende Zahl an multimorbiden Patienten in Arztpraxen, die täglich fünf Medikamente oder mehr einnehmen müssen, gibt es bislang weder griffige Versorgungskonzepte noch evidenzbasierte Leitlinien.

Diese Misere hat Professor Ferdinand Gerlach, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (DEGAM) beim 45. Jahreskongress der DEGAM in Salzburg vor über 400 Teilnehmern vertreten.

Auf dem dreitägigen Kongress wurden eine Vielzahl von Erhebungen vorgestellt, wie die Polypharmakotherapie künftig in der Arztpraxis besser vorgenommen werden kann.

DEGAM will Empfehlungen für Polypharmakotherapie erarbeiten

Dabei sei es durchaus möglich, die Zahl der Medikamente bei älteren Patienten von acht oder zehn Präparaten am Tag bis auf die Hälfte zu reduzieren, ohne die Versorgung des Patienten zu gefährden, so Experten auf dem Kongress.

Gerlach kündigte an, dass diese Erkenntnisse nun von der DEGAM und den Instituten für Allgemeinmedizin analysiert und möglichst rasch in praxisnahe Empfehlungen oder gar Leitlinien münden werden.

Gute Ansätze in Hausarztverträgen

Erfolgversprechende Ansätze sieht Gerlach auch in Hausarztverträgen, wie etwa mit der AOK Baden-Württemberg oder der Techniker Krankenkasse Bayern.

Die weitgehende Pauschalierung der ärztlichen Leistungen lasse den Hausärzten dort den erforderlichen Spielraum, die Polypharmakotherapie älterer Patienten - gestützt auf zielgerichtete Fortbildungen und Qualitätszirkel - in den Mittelpunkt ihres Handelns zu rücken.

Das umfasse auch die enge Abstimmung mit anderen beteiligten Facharztgruppen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Gestationshypertonie und Co.

Bluthochdruck in der Schwangerschaft: So gehen Sie therapeutisch vor

Lesetipps