Interview

"Palliativ versorgt? Durch Zufall eigentlich"

Im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung" erklärt Patientin Gabriele Hildebrand, wie die Mitarbeiter des Palliativstützpunktes Ammerland sie begleiten.

Von Christian BenekerChristian Beneker Veröffentlicht:

Ärzte Zeitung: Frau Hildebrand, wie geht es Ihnen heute?

Gabriele Hildebrand: Mir geht es ganz gut. Heute Morgen habe ich mir keine Kurzinfusion gegen Übelkeit geben lassen, damit ich nicht so müde werde.

Ich bekomme ja meine Medikamente sonst fast alle über meine Schmerzpumpe, vor allem Morphium. Aber die Kurzinfusion kann ich auch mal absetzen.

Wie lange sind Sie schon krank?

Hildebrand: Ich war 2006 an Gebärmutterkrebs erkrankt, sechs Jahre lang. Dann war ich Jahre lang gesund, da war nichts. Und dann bin ich erneut krank geworden.

Es ist ein Auf und Ab. Aber sobald ich mich fit fühle, gehe ich aus dem Haus, um am Leben außerhalb des Krankenbetts teilzunehmen.

Seit wann werden Sie von Dr. Kreft und dem Palliativstützpunkt betreut?

Hildebrand: Seit einem halben Jahr ungefähr, nachdem es mit meinen Schmerzen immer schlimmer geworden war. Früher konnte ich das immer noch alleine schaffen mit den Schmerzen.

Aber das ging dann eines Tages nicht mehr. Und da bin ich auf die Palliativversorgung gekommen - durch Zufall eigentlich.

Wie ist es zur ambulanten Versorgung durch den Palliativstützpunkt gekommen?

Hildebrand: Ich war, wie gesagt, in der Ammerlandklinik auf der Palliativstation und hab mich da auch ganz wohl gefühlt. Und meine Schwester, die bei der Diakonie arbeitet, hat mir dann gesagt, dass ich mich an den Stützpunkt wenden soll.

Das klappte dann auch ganz spontan. So kann ich jetzt zuhause bleiben. Der Arzt kommt einmal die Woche. Und wenn es nötig ist, zum Beispiel bei Übelkeit, kommt er auch öfter.

Hat Ihr Hausarzt Sie nicht auf den Palliativstützpunkt aufmerksam gemacht?

Hildebrand: Nein, irgendwie nicht. Dabei steht man dann manchmal ganz alleine da. Das ist wirklich eine schwierige Situation, nicht nur für mich, sondern besonders auch für die Angehörigen. Für die ist es manchmal noch schlimmer als für mich.

Und da hat mir der Palliativstützpunkt sehr geholfen. Vor allem, weil mein Mann da auch gut betreut wird. Der freut sich, wenn er mal jemanden anderes als mich zum Reden hat.

Auch der Besuchsdienst war mal da. Wenn man überhaupt nicht mehr kann, dann kommen die und schieben einen mit dem Rollstuhl spazieren und sprechen mit einem.

Aber für mich war das doch nicht das Richtige, und ich habe diese Besuche dann aus meinem Programm gestrichen. Vielleicht nehme ich es später noch einmal in Anspruch.

Lesen Sie dazu auch: Sterbebegleitung: Da sein, um Schmerz und Freude zu teilen

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