Sterbehilfe

Palliativärzte lehnen assistierten Suizid ab

Palliativärzte zweifeln am Sinn der geplanten Neuregelungen zur Sterbehilfe. Das zeigt eine Befragung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin.

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BERLIN Die Mehrheit der Palliativärzte lehnt es ab, Beihilfe zu einem Suizid zu leisten. Das geht aus einer Befragung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) hervor. 56 Prozent der 1836 befragten Ärzte wollen sich demnach nicht als Helfer an Suiziden beteiligen.

95 Prozent sehen in einem geäußerten Wunsch nach Suizidhilfe nicht zwingend die Sehnsucht nach dem sofortigen Tod. Es drücke sich darin eher die Hoffnung aus, eine unerträgliche Situation beenden zu wollen. 96 Prozent sind überzeugt, dass ein Gespräch über den Sterbewunsch die Betroffenen bereits entlastet.

Expertenanhörung im Ausschuss

Am Mittwoch steht eine Expertenanhörung zum Sterbehilfe-Gesetz auf der Agenda des Bundestags-Gesundheitsausschusses. DGP-Präsident Professor Lukas Radbruch machte deutlich, dass er am Sinn einer gesetzlichen Neuregelung zweifelt: "Jeder Versuch, einen ärztlichen assistierten Suizid unter Auflagen zu ermöglichen, bringt neue Unsicherheiten mit sich".

Professor Friedemann Nauck, ehemals DGP-Präsident betonte, dass "Töten keine ärztliche Aufgabe sein kann". Nur 21 Prozent der befragten Mediziner sprachen sich für eine strafrechtliche Änderung aus. 56 Prozent forderten ein Verbot der organisierten geschäftsmäßig betriebenen Suizidhilfe.

Begrüßt wurde hingegen das geplante Hospiz- und Palliativgesetz. DGP-Vizepräsidentin Professor Maria Waser nannte es einen "wichtigen Schritt" hin zu einer flächendeckenden Versorgung. Sie forderte, die "chronische Unterfinanzierung" zu beenden und multidisziplinäre Teams im stationären und ambulanten Sektor zu etablieren. (wer)

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