Sterbebegleitung / Sterbehilfe

Palliativversorgung in Gifhorn - Vorbild für Niedersachsen?

GIFHORN/HANNOVER (fuh). Das Palliativnetz Gifhorn kann auf eine beeindruckende Leistungsbilanz verweisen. Jetzt hofft Netz-Initiatior Dr. Armin Saak, dass in Niedersachsen auch der Abschluss eines landesweiten kassenübergreifenden Vertrags zur spezialisierten ambulanten Palliativversorgung gelingt.

Veröffentlicht: 07.07.2009, 14:40 Uhr

Menschen sollen auf eigenen Wunsch zu Hause, und nicht in der Klinik sterben - das ist bereits in der Pilotphase des Palliativnetzes Gifhorn gelungen. Von 89 gestorbenen Patienten verbrachten lediglich knapp zehn Prozent ihre letzten Stunden im Krankenhaus. Im Schnitt, so Saak, sterben in Deutschland aber knapp sechs von zehn Menschen in Kliniken.

Das Gifhorner Netz hat einen Versorgungsvertrag mit der Deutschen BKK abgeschlossen. Allgemeinarzt und Palliativmediziner Saak ist mit der Vergütungsregelung zufrieden. Er setzt jetzt darauf, dass auch ein flächendeckender und kassenarten-übergreifender SAPV-Vertrag für ganz Niedersachsen gelingt. Die Verhandlungen der Leistungserbringer mit den Kassen gehen derzeit in die entscheidende Phase.

In Niedersachsen gibt es 32 Palliativ- und Hospizstützpunkte und mehr als 400 niedergelassene Pallativmediziner, sagt Saak. Er verweist auf "gewaltigen Einsparpotenziale für die Kassen in Millionenhöhe", wenn SAPV landesweit realisiert werden kann. Dabei gehe es längst nicht nur um Kostenersparnis durch eine Reduzierung stationärerer Aufenthalte. Saak, der in der Verhandlungskommission sitzt, stellt aber auch unmissverständlich klar, dass die Netzarbeit angemessen finanziert werden müsse.

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