Direkt zum Inhaltsbereich

Patienten im Norden vertrauen ihren Ärzten besonders stark

Die Menschen im Norden haben höchstes Vertrauen in die niedergelassenen Ärzte und schätzen sie als kompetent ein. Über die ausgelösten Kosten in der Arztpraxis wissen die Menschen aber wenig.

Veröffentlicht:
Das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient in Schleswig-Holstein stimmt.

Das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient in Schleswig-Holstein stimmt.

© Stephen Coburn / fotolia.com

BAD SEGEBERG (di). "95 Prozent aller Versicherten in Schleswig-Holstein haben ein gutes bis sehr gutes Vertrauensverhältnis zu ihrem Arzt. Im Ländervergleich ist das der beste Wert", sagte Dr. Ingeborg Kreuz, Vorstandsvorsitzende der KVSH. Sie bezieht sich auf eine bundesweite Versichertenbefragung, die die Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag der KBV vorgenommen hatte. Danach bescheinigen 93 Prozent der Befragten im Norden ihrem Arzt eine gute bis sehr gute Fachkompetenz.

Nur drei Prozent der Patienten waren im vergangenen Jahr so unzufrieden mit ihrem Arzt, dass sie sich beschwerten. Dies ist nach KV-Angaben bundesweit der niedrigste Wert. Adressaten der Beschwerden waren entweder der Arzt oder die Praxismitarbeiter.

Rund 83 Prozent aller Befragten zeigten sich mit der Terminvergabe der Arztpraxis zufrieden. Nur knapp 17 Prozent gaben an, dass sie zu lange auf einen Termin warten mussten. Dieser Wert relativiert öffentliche Vorwürfe gegen einzelne Facharztgruppen wegen vermeintlich langer Wartezeiten. "Diese Zahlen entkräften das Vorurteil von der Zwei-Klassen-Medizin für gesetzlich Krankenversicherte", sagte Kreuz.

Weiteres Ergebnis: 20 Prozent der gesetzlich Versicherten in Schleswig-Holstein haben von der Möglichkeit gehört, sich in der Arztpraxis eine Patientenquittung ausstellen zu lassen. Allerdings hat nur ein Prozent der Befragten davon auch Gebrauch gemacht. "Dieses Ergebnis zeigt, dass das aktuelle Modell der Patientenquittung wenig geeignet ist, um für Transparenz und Kostenbewusstsein der Patienten zu sorgen", sagte Kreuz. Bei einer pauschalen Vergütung ärztlicher Leistungen mache eine "Patientenquittung in ihrer jetzigen Form kaum Sinn".

Als Grund nannte Kreuz die pauschale Vergütung pro Patient im Quartal. Kostenbewusstsein entsteht bei den Patienten nach Meinung von Kreuz erst, wenn jeder Behandlungsschritt mit Eurobeträgen nachvollziehbar vergütet wird.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Kolumne aus Berlin

Die Novelle der GOÄ kommt – echt jetzt?

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Sechs Monate längeres Gesamtüberleben

Daraxonrasib beim Pankreaskarzinom: Besser als die Chemotherapie?

Medikalisierung und Desinformation

Wie Social Media elterliche Entscheidungen prägt

Lesetipps
Harnwegsinfekt bei einem Mann

© anut21ng Stock / stock.adobe.com

Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Urologie

Neue Klassifikation von Harnwegsinfektionen räumt mit Missverständnissen auf

Ein Säugling liegt auf dem Rücken auf einem Bett. Die Hände der Mutter streichen sachte über den Bauch des Kindes.

© Aurora Aesthetics / Generated with AI / Stock.adobe.com

Funktionelle gastrointestinale Störungen

Säuglingskoliken: Wie viel Schreien ist normal?