Krankenkassen

Patienten setzen Arzneien oft ohne Rücksprache ab

Umfrage zeigt: Fast jeder Dritte wünscht sich mehr Beratung bei der Arzneitherapie.

Veröffentlicht: 24.11.2011, 18:05 Uhr

KÖLN (iss). Jeder fünfte Patient hat schon einmal eine Arzneimitteltherapie ohne Rücksprache mit dem Arzt oder Apotheker abgebrochen.

 Der wesentliche Grund waren Unverträglichkeiten oder Nebenwirkungen. Das hat eine repräsentative Umfrage des forsa Instituts im Auftrag der Krankenkasse BIG direkt ergeben.

Die Marktforscher hatten 1002 Personen befragt, die regelmäßig Medikamente einnehmen. Von ihnen hatten 21 Prozent die Therapie schon einmal eigenmächtig abgebrochen, bei den unter 30-Jährigen waren es 30 Prozent.

Mangelndes Vertrauen nur selten genannt

27 Prozent der Abbrecher nannten als Grund Unverträglichkeiten und Nebenwirkungen, 21 Prozent einen verbesserten Gesundheitszustand, elf Prozent hatten die Medikamente vergessen.

Mangelndes Vertrauen in die Ärzte oder die Wirkung des Arzneimittels gaben lediglich sechs Prozent an.

27 Prozent aller Befragten wünschten sich bei der Arzneimitteltherapie mehr Beratung und Informationen, bei den unter 30-Jährigen waren dies 42 Prozent.

"Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass hier sowohl im Sinne der Versorgung als auch vor dem Hintergrund der Kostenentwicklung im Arzneimittelbereich ein deutlicher Handlungsbedarf besteht", sagt Frank Neumann, Vorstandsvorsitzender der BIG.

Programm zur Patientenberatung

Die Kasse hat in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit Medco International ein Beratungsprogramm gestartet.

BIGmedcoach bietet Patienten mit kardiovaskulären und pulmonalen Erkrankungen sowie Diabetes eine kontinuierliche Beratung und Betreuung bei der Arzneimittel-Versorgung an.

Bislang haben sich 1500 Versicherte eingeschrieben. Das sind fünf Prozent derjenigen, denen die Kasse auf Basis der Auswertung von Arzneimittel-Verordnungen eine Teilnahme angeboten hat.

Die Versicherten werden von Apothekern und pharmazeutisch-technischen Assistenten der Medco kontaktiert.

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