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Berlin

Personalnot: Zulageninfusion für Amtsärzte

Dem ÖGD in Berlin droht personell der Kollaps. Jetzt reagiert die Gesundheitssenatorin und kündigt Zulagen für Amtsärzte an.

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BERLIN. Der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) in der Hauptstadt hat Nachwuchsprobleme. Der Grund dafür liegt nach Ansicht von MB-Hauptgeschäftsführer Armin Ehl auf der Hand: "Das Problem ist das Geld", sagte er am Montag bei einer Pressekonferenz in Berlin.

Die Ärzte im ÖGD werden nach dem allgemeinen Ländertarif bezahlt. Das Gehalt liegt deutlich unter dem, was ihre Kollegen an Krankenhäusern verdienen. Die Differenz betrage oft 1000 bis 2000 Euro brutto pro Monat, sagte Ehl.

Abhilfe könne nur ein arztspezifischer Tarif schaffen, so wie ihn Hamburg schon eingeführt habe. Dass dies auch in Berlin möglich sei, zeige schon die Tatsache, dass auch Ärzte am Universitätsklinikum sowie in der Justiz nach speziellen Tarifsätzen bezahlt werden, sagte Dr. Peter Bobbert, Vorsitzender des MB-Landesverbands Berlin- Brandenburg. Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD) reagierte am Montag auf die Forderungen und kündigte an, durch Zulagen für Amtsärzte die Gehaltslücke zu schließen.

Auf dem Papier tue das Land zwar etwas, um seinen öffentlichen Gesundheitsdienst nach Jahren des Sparens wieder aufzupäppeln. Zusätzliche Stellen wurden geschaffen.

"Doch wir schaffen es nicht einmal, die schon vorhandenen offenen Stellen zu besetzen", sagte Dr. Claudia Kaufhold, Geschäftsführerin des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes und bis 2015 Amtsärztin im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf.

Derzeit seien 55 Arztstellen im Berliner Gesundheitsdienst vakant. Das führe dazu, dass mancherorts die Schuleingangsuntersuchungen nicht mehr rechtzeitig vorgenommen werden könnten. Ein Streik, um die Forderung nach einem arztspezifischen Tarif durchzusetzen, komme nicht in Frage. "Wer soll denn bei den vielen vakanten Stellen streiken? Da bricht der ÖGD ja komplett zusammen", sagte Bobbert. (juk)

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