Protest gegen Richtgrößen in Berlin hält weiter an

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Berlin kommt bei den Richtgrößen nicht zur Ruhe: Jetzt befürchten die Pädiater, dass chronisch kranke Kinder in Zukunft nicht mehr ausreichend versorgt werden können.

BERLIN (ami). Ärzte in Berlin protestieren weiter gegen die Richtgrößen, die seit Jahresmitte in Kraft sind. Nun warnen die Kinderärzte davor, dass chronisch kranke Kinder nicht mehr ausreichend versorgt werden könnten.

Die Richtgrößen der Kinder- und Jugendärzte sind durch den Schiedsspruch um fast 60 Prozent von 58,91 auf 24,06 Euro gesenkt worden.

300 Euro pro Quartal bei Asthma

Der Berliner Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) weist nun darauf hin, dass allein die Versorgung eines Kindes mit schwerem Asthma bis zu 300 Euro pro Quartal kosten kann.

Der Verband geißelt den Schiedsspruch als das Werk "von praxis- und kenntnisfernen Beamten nach der Rasenmähermethode nur aufgrund statistischer Berechnungen".

Kinder für die Entscheider uninteressant?

Chronisch kranke Kinder seien für die Entscheider an den grünen Tischen offenbar uninteressant oder fern ihres Vorstellungshorizontes, so der Berliner Verband.

Verbandschef Klemens Senger geht davon aus, dass "viele pädiatrische Spezialärzte wie pädiatrische Lungenärzte und Allergologen, pädiatrische Neurologen (Neuropädiater) oder Kinderkardiologen nicht mehr das volle Spektrum möglicher Arzneimittel verschreiben können".

Warnung vor Zwei-Klassen-Medizin

Die erhöhte Regressgefahr hat laut Senger zwei Folgen: "Zum einen ist die leitliniengerechte Behandlung mit den teuren Spezialmedikamenten nicht mehr gesichert, zum andern werden die Ärzte deshalb zunächst die Medikamente, die ohne Rezept frei verkäuflich in der Apotheke gekauft werden können, nicht mehr über das Rezept verordnen", so der Berliner Kinderarzt.

Er warnte vor einer neuen Zwei-Klassen-Medizin, wenn Eltern mit geringem Einkommen künftig zum Beispiel Medikamente für ihre migräne- oder allergiekranken Kinder selbst bezahlen müssten.

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