Ärztetags-Beschluss zur Ausbildung

Psychotherapeuten-Verbände laufen Sturm

Großer Ärger besteht aktuell über eine "unzulässige Einmischung" in die Reform der Ausbildung durch einen Ärztetags-Beschluss.

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Die Psychotherapeuten planen eine Reform der Ausbildung: Der Reformentwurf ist allerdings bei den Delegierten des Ärztetags auf wenig Gegenliebe gestoßen. (Symbolbild mit Modellen)

Die Psychotherapeuten planen eine Reform der Ausbildung: Der Reformentwurf ist allerdings bei den Delegierten des Ärztetags auf wenig Gegenliebe gestoßen. (Symbolbild mit Modellen)

© Catherine Yeulet / iStock / Thinkstock

BERLIN. Vier große Psychotherapeutenverbände haben die Forderung des 121. Deutschen Ärztetages kritisiert, den vom Bundesgesundheitsministerium vorgelegten Arbeitsentwurf zur Reform der Psychotherapeutenausbildung zurückzunehmen. Der Beschluss sei eine unzulässige Einmischung in die Regelung der Ausbildung der eigenständigen akademischen Heilberufe Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten.

Die Delegierten hatten sich in Erfurt darauf festgelegt, dass der Gesetzentwurf das ärztliche Berufsbild und die ganzheitliche Versorgung der Patienten bedrohe – mit der Reform könnten voneinander getrennte Versorgungsbereiche entstehen und die psychotherapeutische Versorgung aus der medizinisch-ärztlichen Versorgung ausgegliedert werden.

"Der Deutsche Ärztetag irrt sich", halten nun der Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten, die Gesellschaft für Verhaltenstherapie, die Deutsche Psychotherapeuten Vereinigung (DPtV) und die Vereinigung Analytischer Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten in einer gemeinsam unterzeichneten Mitteilung dagegen. "Weder entsteht durch die Reform eine neue Berufsgruppe, noch wird die psychotherapeutische Versorgung aus der medizinisch-ärztlichen Versorgung ausgegliedert." Die vier Verbände vertreten laut eigenen Angaben zusammen 28.000 Mitglieder.

Die Psychotherapie sei ein gemeinsames Feld von weitergebildeten Ärzten, Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder-und Jugendlichenpsychotherapeuten. "Im Interesse einer differenzierten psychotherapeutischen Versorgung halten wir weiter an der multidisziplinär vernetzten Kooperation mit Haus- und Fachärzten fest", erklären die Verbände. Sie betonen: Auch die im sogenannten "Gesprächskreis II" zusammengeschlossenen mehr als 30 Verbände unterstützten die vom BMG vorgelegten Eckpunkte und bekräftigten die Notwendigkeit der sozialrechtlichen Absicherung der zukünftig an das Studium anschließenden Weiterbildung. (aze)

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