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Finanzentwicklung in der GKV

Reformdruck: GKV-Ausgaben steigen im ersten Quartal fast doppelt so stark wie die Einnahmen

Ein Überschuss von 1,3 Milliarden Euro überblendet die prekäre Finanzentwicklung der gesetzlichen Krankenkassen. Die Leistungsausgaben wachsen rasant – bei den Verwaltungskosten sieht es anders aus.

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Würfel, die das Wort Zusatzbeitrag bilden, liegen auf Euromünzen.

Unentrinnbares Schicksal? Der Zusatzbeitrag ist zuletzt Jahr für Jahr gestiegen – und 2027?

© Sascha Steinach / ZB / picture a

Berlin. Im ersten Quartal dieses Jahres sind die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung fast doppelt so stark wie die Einnahmen gestiegen. Dies geht aus den offiziellen Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums zur Finanzentwicklung in der GKV hervor.

Zwar schlossen die 93 Kassen Ende März das Quartal mit einem Überschuss von rund 1,3 Milliarden Euro ab – die Ärzte Zeitung hatte vorab über die Finanzdaten berichtet. Doch die Leistungsausgaben und Verwaltungskosten legten in diesem Zeitraum um 7,7 Prozent zu, die Einnahmeentwicklung blieb mit 4,1 Prozent weit dahinter zurück.

Warken will Entlastungsvolumen aufstocken

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) bestätigte am Freitag, dass daher das Entlastungsvolumen des Beitragssatzsstabilisierungs-Gesetzes um weitere 2,5 Milliarden Euro auf insgesamt 19 Milliarden Euro aufgestockt werden muss. „Das sollte gemeinsames Ziel im parlamentarischen Verfahren sein“, erklärte Warken.

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Als maßgeblichen Treiber für die hohe Ausgabendynamik sieht das BMG den stationären Sektor an. Um 9,3 Prozent oder 2,5 Milliarden Euro schnellten dort die Ausgaben in die Höhe. Bei Arzneimitteln beträgt der Zuwachs 6,4 Prozent oder 900 Millionen Euro.

Die ambulante spezialfachärztliche Versorgung (ASV) übe im Bereich der Arzneimittel einen wesentlichen Einfluss auf die Ausgabenentwicklung aus, rezitiert der Verband forschender Arzneimittelhersteller (vfa) die BMG-Zahlen. „Hierbei handelt es sich um eine politisch gewollte und erwartbare Entwicklung im Rahmen der verstärkten ambulanten Behandlungen vormals rein stationärer Leistungen“, teilte der vfa am Freitag mit.

Ärztehonorare: „ungebrochen hohe Dynamik“

Bei der Entwicklung der Ärztehonorare spricht das Ministerium von einer „ungebrochen hohen Dynamik weit oberhalb des langjährigen Durchschnitts“. Sie legten um 7,3 Prozent oder 1,0 Milliarden Euro zu.

Indirekt kommentiert das BMG die wieder aufgeflammte Diskussion über die „richtige“ Zahl der Krankenkassen. Die Verwaltungskosten entwickelten sich „wesentlich moderater als die Leistungsausgaben“, heißt es.

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Mit einem Zuwachs von durchschnittlich 2,5 Prozent pro Jahr seit 2013 lägen die Zuwächse bei Verwaltungskosten „in der Regel deutlich unterhalb der Zuwächse bei den beitragspflichtigen Einnahmen“, meldet das BMG.

Verwaltungskosten der Kassen sind gesunken

Zum Vergleich: In absoluten Zahlen stiegen die Leistungsausgaben der Krankenkassen im ersten Quartal um 6,6 Milliarden Euro, die Verwaltungskosten verminderten sich hingegen um eine Million Euro.

Ganz überwiegend wird der Überschuss der Krankenkassen verwendet, um ihre Finanzreserven wieder auf das gesetzliche Mindestniveau von 0,2 Monatsausgaben aufzufüllen.

Zum Quartalsende verfügten die Kassen über 6,18 Milliarden Euro als Rücklage. Statistisch gesehen wurde damit erstmals seit dem dritten Quartal 2024 wieder die vorgesehene Mindestreserve erreicht. (fst)

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