Nordrhein

Regional große Unterschiede in DMP-Qualität

Zwischen Solingen und Köln können Welten liegen - jedenfalls, wenn es um das Einhalten der Prozessqualität geht.

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KÖLN. Innerhalb einer KV-Region existieren bei Disease-Management-Programmen große Unterschiede in Hinblick auf die Prozessqualität.

Das belegen Autoren des DMP-Projektbüros Köln in einer Evaluation der DMP in der Region Nordrhein. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler bei der 5. Qualitätssicherungskonferenz des Gemeinsamen Bundesausschusses vorgestellt.

In die Studienpopulation sind die Teilnehmer an den DMP Diabetes Typ-2 (rund 488.000), DMP KHK (etwa 228.000) und DMP Asthma bronchiale (rund 93.000) eingegangen. Auch wenn man regional variierende Faktoren wie Patientenalter, Komorbiditäten oder Teilnahmedauer am DMP berücksichtigte, blieben die Unterschiede in der Prozessqualität signifikant, betonen die Autoren.

So schwankt beispielsweise im DMP Diabetes der Anteil der Patienten, die an einer jährlichen Augenuntersuchung teilgenommen hatten zwischen rund 64 Prozent (Bonn) und 84 Prozent (Remscheid).

Noch größer sind die Unterschiede bei Indikatoren im DMP KHK. In Solingen haben im Jahr 2012 kaum 15 Prozent der Patienten an einer Hypertonie-Schulung teilgenommen, in Köln dagegen waren es rund 54 Prozent.

"Interventionsbedarf" festgestellt

Auch beim DMP Asthma bronchiale variiert die Teilnahmequote je nach Region um bis zu 20 Prozentpunkte bei der Frage, bei wie viel Prozent der Patienten die Inhalationstechnik überprüft wurde.

Im Ergebnis sehen die Autoren des DMP Projektbüros "Interventionsbedarf": Die Unterschiede in der Prozessqualität sollten im Rahmen der Fortbildung, etwa in Qualitätszirkeln, thematisiert werden.

Die Entfernung zwischen Wohnort des Patienten und Schulungsort sei nur selten bedeutsam für die Erklärung der Unterschiede gewesen, heißt es.

Als wichtiger habe sich die regional unterschiedliche Motivation zur Kooperation und zur Bildung von Netzwerken zwischen den Leistungserbringern herausgestellt. (fst)

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