AOK-Daten

Rückenschmerzen führen immer öfter zur Krankschreibung

Fast jeder zehnte AOK-versicherte Beschäftigte ist 2019 mindestens einmal wegen Rückenschmerzrn ausgefallen. Das belegen die Daten von 14,4 Millionen AOK-Versicherten.

Von Rebekka Höhl Veröffentlicht: 11.03.2020, 16:38 Uhr
Rückenschmerzen führen immer öfter zur Krankschreibung

Im Schnitt zwei Tage fehlte jeder AOK-versicherte Beschäftigte 2019 im Job wegen Rückenschmerzen.

© Robert Kneschke / stock.adobe.com

Berlin. Rückenbeschwerden haben die Erkältungskrankheiten als Grund für eine Arbeitsunfähigkeit überholt: Von den im Schnitt 19,8 Tagen, die erwerbstätige AOK-Versicherte 2019 krankgeschrieben waren, gingen 2,0 Tage auf das Konto von Rückenschmerzen. Damit liege diese Erkrankung noch vor der klassischen Erkältung, berichtet das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO).

Das WIdO hat die Daten von knapp 14,4 Millionen AOK-versicherten Arbeitnehmern ausgewertet. Dabei zeigt sich, dass im vergangenen Jahr fast jeder zehnte AOK-versicherte Beschäftigte mindestens einmal wegen Rückenschmerzen nicht arbeitsfähig war.

Betroffen sind vor allem Beschäftigte mit körperlich stark belastenden Tätigkeiten. So wundert es nicht, dass Berufe der Ver- und Entsorgung mit im Schnitt vier Fehltagen wegen Rückenbeschwerden, die Liste der AU-Tage anführen, gefolgt von Kranführern (3,8 AU-Tage).

Männer stärker betroffen

Die niedrigsten Fehlzeiten aufgrund von Rückenbeschwerden weisen Arbeitnehmer aus der Hochschullehre und -forschung auf (im Schnitt 0,2 AU-Tage) sowie Softwareentwickler (0,3 AU-Tage). Bei Ärzten liegt die Zahl der AU-Tage wegen Rückenschmerzen im Schnitt bei 0,4 Tagen.

Dabei werden Männer mit im Schnitt 18,3 AU-Tagen (je 100 AOK-Mitglieder) häufiger wegen Rückenschmerzen krankgeschrieben als Frauen (13,4 AU-Tage).

„Jobbedingte Rückenschmerzen nehmen mit dem Alter deutlich zu, wobei Männer in jeder Altersgruppe häufiger betroffen sind als Frauen“, sagt Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des WIdO. Besonders hart trifft es demnach Männer über 60 Jahre: Hier liegen die Fehltage um 22,0 Prozent höher als bei den Frauen (4,4 zu 3,6 Fehltage pro AOK-Mitglied).

Wenigste Fehltage in Bayern und Hamburg

Die Forscher machen aber auch regionale Unterschiede aus: In Mecklenburg-Vorpommern fehlen AOK-versicherte Beschäftigte wegen Rückenschmerzen am längsten (im Schnitt 2,5 Tage), gefolgt von Brandenburg und Sachsen-Anhalt (beide im Schnitt 2,4 Tage). Die wenigsten Fehltage aufgrund von Rückenbeschwerden gibt es in Bayern (im Schnitt 1,7 Tage) und Hamburg (im Schnitt 1,6 Tage).

Das WIdO plädiert angesichts der Zahlen für mehr innerbetriebliche Prävention in Sachen Rückengesundheit. Zumal ein Drittel der AOK-versicherten Beschäftigten, die 2019 wegen Rückenschmerzen krankgeschrieben wurden, auch im Vorjahr aus diesem Grund mindestens einmal nicht zur Arbeit gehen konnten.

Insgesamt fehlten die AOK-Versicherten 2019 an 214 Millionen Tagen im Job. Dennoch war der Krankenstand mit im Schnitt 19,8 Fehltagen je AOK-Mitglied im Vergleich zum Vorjahr (19,9 Fehltage) leicht rückläufig.

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