Birgit Clever

Schluss mit der Berufspolitik

Die Zeit ist reif, sich dann aus der Berufspolitik zu verabschieden, wenn man erkennt, dass das Leben noch andere schöne Herausforderungen bereit hält. Für Dr. Birgit Clever ist dieser Zeitpunkt jetzt gekommen.

Von Wolfgang van den BerghWolfgang van den Bergh Veröffentlicht: 07.03.2013, 07:06 Uhr
Dr. Birgit Clever: Ich kann mich mit gutem Gewissen aus der Verbandsarbeit zurückziehen.

Dr. Birgit Clever: Ich kann mich mit gutem Gewissen aus der Verbandsarbeit zurückziehen.

© Privat

Birgit Clever wird am Samstag nicht mehr für den Vorsitz des Bundesverbands der Vertragspsychotherapeuten (bvvp) kandidieren - und das nach zwanzig Jahren.

Maßgeblich hat sich die niedergelassene Ärztin für Psychosomatische Medizin, Psychotherapie und Psychoanalyse für die Honorarpolitik ihrer Kollegen in Südbaden und später bundesweit eingesetzt.

Anfang der 90er Jahre erlebt Birgit Clever, wie Psychotherapeuten am Katzentischen der ärztlichen Kollegen Platz nehmen durften. Die aktive Beteiligung an Diskussionen in den Gremien der KV hing oft vom Plazet der Kollegen ab, erinnert sie sich heute.

Eng verbunden mit Punktwertverfall für zeitgebunde psychotherapeutische Leistungen

Birgit Clevers berufspolitisches Engagement ist eng verbunden mit dem Punktwertverfall für zeitgebundene psychotherapeutische Leistungen - der Auslöser für die Gründung des südbadischen Verbandes der Vertragspsychotherapeuten.

Eine Protest- und Klagewelle löste der Verband mit seiner Forderung nach einem festen Punktwert von zehn Pfennig aus. Das Bundessozialgericht gab den Therapeuten Recht. KBV und Kassen mussten nachbessern.

Auch das Ansinnen der Politik, mit Inkrafttreten des Psychotherapeutengesetzes 1999 eine Selbstbeteiligung in Höhe von zehn DM einzuführen, wurde abgeschmettert, schildert Birgit Clever.

Mehr Zeit für Wandern und Skifahren

Ihr Engagement führte sie in die ärztlichen Gremien - zunächst als Mitglied der VV in Südbaden (1996), dann in die KV Baden-Württemberg (2005) und dort als Chefin der Vertreterversammlung.

Am Samstag gehören diese Zeiten der Vergangenheit an. Dann übergibt Birgit Clever "mit gutem Gewissen" die Amtsgeschäfte an ihren Nachfolger und will all die Dinge tun, zu denen sie in den letzten Jahren kaum Zeit gefunden hat und dazu gehört nicht nur das Wandern und Skifahren.

Ihr Kommentar: "Man muss nicht, bis man ins Grab fällt, immer das Gleiche machen."

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