In Rheinland-Pfalz zieht sich die KV aus der Organisation für die Impfung gegen die Schweinegrippe zurück

MAINZ (chb). Die KV Rheinland-Pfalz zieht sich komplett aus der Organisation für die Impfung gegen Schweinegrippe zurück. Begründung: Einige Kassen im Land wollen nicht wie in den vergangenen Jahren komplett die Kosten für die saisonale Grippeimpfung übernehmen.

"Die Krankenkassen schränken gerade zu einem Zeitpunkt, an dem die Pandemie ausgerufen wurde, ihr bisheriges umfassendes Impfangebot in medizinisch nicht zu vertretendem Umfang ein", kritisierte KV-Chef Dr. Günter Gerhardt am Dienstag. Aus diesem Grund habe sich die KV entschlossen, das Angebot zur organisatorischen Unterstützung bei der Impfung gegen Schweinegrippe zurückzuziehen. Nur so sehe man die Möglichkeit, auf den ungenügenden Impfschutz hinzuweisen.

Das Verhalten eines großen Teils der rheinland-pfälzischen Krankenkassen schlage sich zudem auf die Impfbereitschaft der Bevölkerung nieder, sagte Gerhardt.

Die ganze Aufregung nicht verstehen kann dagegen der rheinland-pfälzische AOK-Chef Walter Bockemühl. Er weist darauf hin, dass sich die AOK und weitere Kassen nur an die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) hielten. Außerdem würden nur in Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg und Schleswig-Holstein prinzipiell die Kosten für die Grippe-Impfung von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Nach Angaben von Bockemühl spart die AOK 1,6 Millionen Euro, wenn sie die Kosten für ihre Versicherten nicht übernimmt. Für seine Kasse sei es zwar Mehrarbeit, dass sie jetzt statt der KV die Ärzte anschreiben und über die Schweinegrippe-Impfung informieren müsse, aber das sei leistbar, so Bockemühl.

Der AOK-Chef sieht die KV auf einem gefährlichen Weg: "Die bringen bald selbst den Beweis, dass sie im Gesundheitswesen überflüssig sind."

Lesen Sie auch: Schweinegrippe: Berliner Ärzte wollen nicht impfen

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Klassisches Eigentor?

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