Volksabstimmung

Schweizer lehnen Einheitskrankenkasse ab

Die Schweizer haben sich in einer Volksabstimmung klar dagegen ausgesprochen, dass eine Einheitskrankenkasse geschaffen wird.

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BERN. Die Schweizer wollen keine Revolution im Gesundheitswesen und haben dem Vorschlag einer Einheitskasse eine Absage erteilt. Zu entscheiden hatten die Eidgenossen am Sonntag, ob das System der 61 privaten Krankenkassen zugunsten einer öffentlichen Kasse aufgegeben werden soll.

Mit 61,8 Prozent der abgegebenen Stimmen lehnten die Schweizer das Vorhaben ab, die Wahlbeteiligung lag bei 46,7 Prozent. 19 der 26 Kantone stimmten gegen die Einheitskasse, nur einige westschweizer Kantone befürworteten die Idee.

Diesen sogenannten "Rösti-Graben" zwischen der deutsch- und der französischsprachigen Schweiz hat es auch in früheren Abstimmungen schon gegeben.

Allerdings war nach einem Bericht des Schweizer Fernsehens die Bereitschaft zu einem Systemwechsel in den Kantonen um so größer, je höher die finanzielle Belastung durch die Krankenversicherung ist. Ausgeprägt war die Sympathie für die öffentliche Kasse auch in dort, wo viele Menschen mit unterdurchschnittlichen Einkommen leben.

Die durchschnittliche Krankenkassenprämie für einen Erwachsenen beträgt im laufenden Jahr im Durchschnitt 396 Franken (rund 328 Euro) pro Monat.

Dabei gibt es aber erhebliche regionale Unterschiede.Die "Berner Zeitung" kommentierten das Ergebnis mit den Worten, offensichtlich sei der Leidensdruck nicht hoch genug gewesen, um eine Mehrheit der Wähler für das "Experiment einer Einheitskasse" zu gewinnen. Andere Zeitungen warnten Politiker, sich nun zurückzulehnen. Dies wäre eine Einladung für die nächste "Verstaatlichungs-Initiative".

In der vergangenen Woche war bekannt gegeben worden, dass die Höhe der Prämie für die obligatorische Krankenversicherung im kommenden Jahr um durchschnittlich vier Prozent steigen soll. (fst)

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