Parlamentarische Anfrage

Selbstverwaltung dominiert von Männern

Der Frauenanteil in der Selbstverwaltung spiegelt nicht ansatzweise ihre Bedeutung im Gesundheitswesen wider.

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BERLIN. Im Gesundheitswesen läuft ohne Frauen – ob in der Pflege, in der Medizin oder in den Gesundheitsberufen – gar nichts. Die Selbstverwaltung im Gesundheitswesen ist dagegen "nach wie vor ein Herrenclub", kommentiert die grüne Bundestagsabgeordnete Kirsten Kappert-Gonther. Ihre Fraktion hat in einer parlamentarischen Anfrage den Frauenanteil in verschiedenen Institutionen der Selbstverwaltung erfragt.

Die geschäftsführende Bundesregierung belässt es in ihren Antworten bei vagen Einlassungen. Selbstverständlich sei "eine Erhöhung der Repräsentativität ein wichtiges Ziel", heißt es. Gesetzliche Vorgaben, wie eine angemessene Repräsentanz herzustellen ist, fehlten aber bisher.

Schon der Koalitionsvertrag der letzten großen Koalition enthielt das Bekenntnis, das repräsentative Verhältnis von Frauen und Männern "optimieren" zu wollen. Nachdem man aber gesehen habe, dass die Ziele im Koalitionsvertrag "sehr unterschiedliche Wege der Umsetzung" eröffneten, ließ die Groko jeden weiteren gesetzgeberischen Impuls fahren.

Entsprechend deprimierend lesen sich die Zahlen – ob bei Kassen, in KVen oder KBV:

» Krankenkassen: Obwohl der Frauenanteil unter den Beschäftigten der Kassen bei bis zu 71 Prozent liegt (IKK-Bundesverband), sind sie unter den Vorständen nur selten zu finden. Im AOK-System beträgt der Frauenanteil in der Vorstandsetage 11,1 Prozent, bei den Ersatzkassen 7,7 Prozent, im BKK-System 20,9 Prozent. Die Vorstände der Innungskassen sind ein reiner Männerclub. Auf der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands sieht es nur etwas besser aus. Lediglich im BKK-Dachverband verteilen sich die Führungsposten hälftig auf Frauen und Männer.

» Ärztekammern: Unter den berufstätigen Ärzten beläuft sich der Frauenanteil auf 46 Prozent. Auf der Vorstandsetage der 17 Landesärztekammern bildet sich das mit einem Frauenanteil von durchschnittlich rund 23 Prozent nicht ab. Baden-Württemberg fällt mit neun Prozent die rote Laterne zu, in der Ärztekammer Bremen sind hingegen drei von fünf Vorstandsmitgliedern Frauen. In den Vertreterversammlungen der Kammern dümpelt der Frauenanteil meist zwischen 20 bis 30 Prozent.

» KVen und KBV: Trotz eines Frauenanteils unter Vertragsärzten von 45 Prozent muss man weibliche Vorstände mit der Lupe suchen. In zehn KV-Regionen beträgt die Quote null Prozent. In vier Regionen sind KV-Vorstände pari besetzt, in Mecklenburg-Vorpommern stellen Frauen sogar zwei von drei Vorständen. Im KBV-Vorstand sind Frauen nicht zu finden, in der KBV-VV sind sie mit 18 Prozent stark unterrepräsentiert. (fst)

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