PKV

Signal-Iduna hofft auf Stabilisierung

Die Krankenversicherer der Signal-Iduna-Gruppe können Abgänge nicht durch Neugeschäft kompensieren.

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DORTMUND. Bei den beiden Krankenversicherern der Signal Iduna-Gruppe sind im vergangenen Jahr die Beitragseinnahmen leicht um 0,6 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro gesunken.

Die Hauptursache war nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Ulrich Leitermann neben dem verhaltenen Neugeschäft die Tatsache, dass die Unternehmen die Prämien kaum angepasst haben.

In einzelnen Tarifen gab es sogar Beitragssenkungen. Dadurch habe sich das Beitragsvolumen um 13,3 Millionen Euro reduziert, berichtete er.

Bei der Zahl der Vollversicherten mussten Signal Krankenversicherung und Deutscher Ring Krankenversicherung einen Rückgang um 3600 auf rund 610.000 hinnehmen.

Die Unternehmen verloren viele Vollversicherte durch den Wechsel in die GKV oder durch Tod. "Wir haben 24.000 neue Kunden gewonnen, aber die Abgänge konnten wir damit nicht kompensieren", sagte Vorstand Dr. Karl-Josef Bierth.

"Mit Engelszungen" auf Politiker einreden

Im ersten Quartal 2015 sei das Neugeschäft positiv gelaufen. Für das Gesamtjahr rechnet Bierth damit, dass die Gruppe bei den Vollversicherten stabil bleibt.

Die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle legten 2014 nur um moderate 1,6 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro zu.

Leitermann sprach sich wie viele PKV-Experten dafür aus, dass die privaten Krankenversicherer die Möglichkeit erhalten sollen, schneller mit Beitragsanpassungen auf veränderte Verhältnisse, wie etwa die sinkenden Rechnungszinsen, zu reagieren. Damit könnten sie die sonst zum Teil heftigen Beitragssprünge in einzelnen Jahren vermeiden.

Der Signal Iduna-Chef geht davon aus, dass auch im nächsten Bundestagswahlkampf das duale Krankenversicherungssystem zum Thema wird und manche Politiker sich wieder für die Bürgerversicherung stark machen.

Die PKV werde versuchen, "mit Engelszungen" auf diese Politiker einzureden, sagte er. "Deutschland geht es gut mit dem dualen System. Wer daran rüttelt, sollte sich über die gravierenden Konsequenzen bewusst sein."

Es sei zudem notwendig, die Bevölkerung noch stärker über die Notwendigkeit zu informieren, für den Fall der Pflegebedürftigkeit privat vorzusorgen, findet Leitermann.

Absatz von Pflege-Bahr-Policen steigt

Bei den geförderten Pflege-Bahr-Policen verzeichnet die Signal Iduna ein kontinuierliches Wachstum, das aber - wie in der Branche überhaupt - noch hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückbleibt. Inzwischen haben über 40.000 Versicherte eine solche Police des Unternehmens, sagte Bierth.

Gut laufe es bei der betrieblichen Krankenversicherung. Hier verzeichnet die Signal Iduna nach seinen Angaben ein steigendes Interesse der Unternehmen, ihren Mitarbeitern zu günstigen Konditionen private Zusatzversicherungen anzubieten. (iss)

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