Direkt zum Inhaltsbereich

Sind Honorarärzte scheinselbstständig?

KÖLN (iss). Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und die Deutsche Rentenversicherung Bund wollen sich über die rechtliche Bewertung der Beschäftigung von Honorarärzten an Kliniken verständigen.

Veröffentlicht:

Vertreter beider Organisationen treffen sich am 30. Juli zu einem Gespräch über die zentrale Frage, ob die Honorarärzte freiberuflich tätig und deshalb nicht sozialversicherungspflichtig sind.

Die Krankenhäuser wollten nicht warten, bis die Frage abschließend rechtlich geklärt ist, sagte DKG-Sprecher Moritz Quiske der "Ärzte Zeitung". "Wir brauchen eine belastbare Regelung."

Die Deutsche Rentenversicherung sieht in den Honorarärzten häufig keine Freiberufler, sondern Beschäftigte der jeweiligen Krankenhäuser. Das hat zur Folge, dass für die Mediziner Sozialabgaben fällig werden.

Schlimmstensfalls drohen Nachforderungen

Bei den routinemäßigen Prüfungen, die in Kliniken wie bei anderen Arbeitgebern stattfinden, richten die Rentenversicherungsträger seit Längerem besonderes Augenmerk auf die Honorarärzte.

Stufen die Betriebsprüfer die Ärzte als scheinselbstständig ein, kann das für die Kliniken mit erheblichen Nachforderungen von Sozialabgaben verbunden sein.

Außerdem können die Mitarbeiter der Deutschen Rentenversicherung auch die Finanzbehörden und die Staatsanwaltschaften einschalten.

Sowohl bei den Prüfern selbst als auch bei den Gerichten, die bislang mit der Frage beschäftigt waren, gibt es bislang unterschiedliche Einschätzungen des Sachverhalts.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Für Praxen in unterversorgten Gebieten

Weiterbilder in Bayern können Extra-Förderung bekommen

Hauptstadtkongress

Patientensteuerung funktioniert nur mit Vertrauen

Kommentare
Torsten Gericke 03.08.201211:47 Uhr

Freiberuflichkeit Ungleich Selbstständigkeit

Leider wird der Begriff der "Freiberuflichkeit" auch in der Ärztezeitung falsch verwendet.
Die Freiberuflichkeit ist ein Kernmerkmal ärztlicher Tätigkeit, so sind auch angestellte Ärzte freiberuflich!

Wikipedia beschreibt es treffend : "Laien verwechseln den „Freiberufler“ gelegentlich mit dem „Freien Mitarbeiter“. Beide Begriffe haben jedoch grundverschiedene Bedeutungen. Die Bezeichnung „Freier Mitarbeiter“ bezieht sich nur auf die Art des Beschäftigungsverhältnisses – in Abgrenzung zum Arbeitnehmer –, besagt aber nichts über den ausgeübten Beruf. Die Bezeichnung „Freiberufler“ bezieht sich hingegen immer auf Angehörige bestimmter wissenschaftlicher und künstlerischer Berufe (Architekten, Ärzte, Rechtsanwälte usw.), sie besagt nichts darüber, ob der Beruf selbständig oder nichtselbständig ausgeübt wird."

Hier geht es einzig und allein um den Begriff Selbstständigkeit! Und darüber wird weiter gestritten werden.

Für mich ist dieser Streit inhaltlich nicht nachvollziehbar. Kann ich doch als Honorararzt auch Dritte für die Ausübung der Aufgabe beauftragen. Zudem fallen alle Absicherungen eines abhängig Beschäftigten weg. Alle Honorarärzte zahlen zudem in die Ärzteversorgung ein, viele besitzen eine eigene Berufshaftpflichtversicherung und verlassen sich nicht auf die subsidiäre der Auftraggeber.

Grund dieses Streites ist meiner Meinung nach eine geschickte Lobbyarbeit der Kostenträger im fortwährenden Versuch den Wert ärztlicher Arbeit zu mindern. Und genau im Bereich der Honorarärzte bilden sich Angebot und Nachfrage langsam ab. Das scheint zu schmerzen.
Auf daß dieser Dorn lange erhalten bleibe!!!

Sonderberichte zum Thema
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums v.l.n.r.: Professor Karl Broich (BfArM), Dr. Jürgen Malzahn (AOK-Bundesverband), Dr. Christine Mundlos (ACHSE e.V.), Hauke Gerlof (Ärzte Zeitung), Dr. Johanna Callhoff (DRFZ), Professor Christoph Schöbel (Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen), Privatdozent Dr. Christoph Kowalski (Deutsche Krebsgesellschaft), Dr. Peter Kaskel (Idorsia)

© Thomas Kierok

ICD-11: Die Zeit ist reif für die Implementierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Idorsia Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Bei erfolgreich therapierter Sialorrhö ist Teilhabe wieder leichter möglich

© Olesia Bilkei / stock.adobe.com [Symbolbild]

Glycopyrroniumbromid bei schwerer Sialorrhö

Wirtschaftliche Verordnung durch bundesweite Praxisbesonderheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Proveca GmbH, Düsseldorf
Dr. med. Gerhard M. Sontheimer (ANregiomed, Region Ansbach) und Holger Baumann (Kliniken der Stadt Köln, v.l.) haben in der Praxis gute Erfahrungen mit Systempartnerschaften gemacht.

© Philips

Mehr Spielraum für moderne Prozesse in der Klinik

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Philips GmbH Market DACH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Beispiele zum Durchklicken

Auffälliges EKG: Was steckt hinter diesen 13 Fällen?

Früherkennung von Geschlechtskrankheiten

Kein Screen & Treat bei mukosalen STI!

Schädel-Hirn-Traumata

Was Kopfbälle für das Demenzrisiko bedeuten

Lesetipps
Ein Blick in die aktuelle Isolationsstudie SOLIS100, die in Zusammenarbeit mit der ESA durchgeführt wird. Sechs Personen sind für 100 Tage in einem Raum isoliert ohne Kontakt nach außen bis auf terminierte Mission-Controll-Telefonate und 30 Minuten Kontakt zu Freunden und Familie pro Woche über Telefon/Videoanruf.

© DLR

Raumfahrtmediziner im Porträt

Jens Jordan – ein Arzt für Weltall und Erde

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer