Sachsen

So viele HIV-Infektionen wie nie zuvor

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DRESDEN. Die Zahl der HIV-Neuinfektionen hat in Sachsen einen neuen Höchststand erreicht. 2015 wurden 190 Erstdiagnosen an das Robert Koch-Institut gemeldet, wie das sächsische Sozialministerium mitteilte. Im Jahr 2014 waren es noch 168 gewesen, was einem Anstieg um rund 13 Prozent innerhalb eines Jahres entspricht.

 Laut Sozialministerium gibt es die Erfassung der Erstdiagnosen seit 1993 in ihrer jetzigen Form. Seitdem wurde in Sachsen noch kein höherer Wert als 2015 verzeichnet.

Mit 4,7 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner liegt Sachsen leicht über dem bundesweiten Schnitt von 4,6 HIV-Erstdiagnosen. Ein Großteil der Neuinfektionen (57 Prozent) wurde 2015 bei Männern verzeichnet, die mit Männern Geschlechtsverkehr haben.

Allerdings gibt es sowohl in Sachsen als auch in ganz Deutschland die Tendenz, dass sich immer mehr Menschen auch bei heterosexuellen Kontakten anstecken.

"Auch wenn Aids oft kein Todesurteil mehr ist, muss die gefährliche Krankheit weiter im öffentlichen Bewusstsein bleiben", sagte Sachsens Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU). "Wir müssen weiter aufklären und unsere Anstrengungen im Bereich Prävention, Diagnostik und Therapie verstärken."

Im vergangenen Jahr hat Sachsen den Angaben zufolge die Mittel für die Aids-Prävention deutlich aufgestockt: So stieg die Unterstützung für die vier Beratungsstellen im Land um 34.000 Euro auf 375.000 Euro. Auch die Gesundheitsämter erhalten mehr Geld für Präventionsprojekte. (lup)

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