Frühjahrsgutachten

Sozialbeiträge steigen 2017

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BERLIN. Die Sozialbeiträge legen im laufenden Jahr erneut deutlich zu, da die Bruttolöhne und -gehälter kräftig steigen und der Beitragssatz zur sozialen Pflegeversicherung angehoben wurde. Diese Prognose steht im Frühjahrsgutachten der Top-Ökonomen, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde.

An der Gemeinschaftsdiagnose im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie haben das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), das ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München, das Institut für Weltwirtschaft Kiel (IfW), das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) sowie das Essener RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung mitgewirkt.

Anfang März sprach Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe angesichts der veröffentlichten GKV-Finanzergebnisse, die gesetzlichen Kassen stünden mit Reserven von 25 Milliarden Euro weiterhin auf einer guten Grundlage. "Das zeigt, die Panikmache, mit der Versicherte verunsichert wurden, hat sich als falsch erwiesen", so Gröhe.

Düsteres Bild

Die Wirtschaftsforscher aber zeichnen hier ein düsteres Bild. "Im Jahr 2018 dürfte die Sozialabgabenbelastung weiter zunehmen, da die Krankenkassen wohl wieder vermehrt Zusatzbeiträge anheben", schreiben sie. Da zugleich die Bruttolöhne und -gehälter etwas langsamer expandieren als im Jahr 2017, werden die Beitragseinnahmen insgesamt aber eine schwächere Dynamik aufweisen." Wie die Forscher betonen, befinde sich die deutsche Wirtschaft nun schon im fünften Jahr eines moderaten Aufschwungs. Die gesamtwirtschaftliche Kapazitätsauslastung nehme allmählich zu, und die gesamtwirtschaftlichen Produktionskapazitäten dürften mittlerweile die Normalauslastung leicht überschritten haben, heißt es.

Die konjunkturelle Dynamik bleibe dabei im Vergleich zu früheren Aufschwungphasen gering, auch weil der wenig schwankungsanfällige Konsum die Hauptantriebskraft ist. "Der private Konsum wird von den weiterhin spürbar steigenden Einkommen infolge des fortgesetzten Beschäftigungsaufbaus stimuliert. Nicht zuletzt aufgrund stärker steigender Gesundheitsausgaben expandiert der öffentliche Konsum mittelfristig recht kräftig", führen die Ökonomen in ihrer Gemeinschaftsdiagnose aus.

BIP-Prognose erhöht

Das Bruttoinlandsprodukt dürfte, so die Expertenschätzung, in diesem Jahr um 1,5 Prozent (kalenderbereinigt 1,8 Prozent) und im kommenden Jahr um 1,8 Prozent zulegen. "Die Arbeitslosenquote dürfte nach 6,1 Prozent im Jahr 2016 auf 5,7 Prozent im Jahr 2017 und 5,4 Prozent im Jahr 2018 sinken", erläuterte IWH-Vizepräsident Oliver Holtemöller. (maw)

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